PERU II: 29. September – 13. Oktober 2011

Nachdem wir also in der Wüste angekommen sind, gab es auch sogleich ein paar weitere Sachen zu entdecken. Von nun an aber in kurzer Hose und T-Shirt.
Bevor wir uns auf den Weg machten zu den sagenumwobenen Nazca-Linien besuchten wir noch einen Wüstenabschnitt mit etwas makaberem Anschauungsmaterial. Nämlich den „Friedhof von Chauchilla“, in dem man viele viele Mumien aus Pre-Inkazeit in gemauerten Sandgräbern fand. Zum Teil wirklich sehr gut erhalten durch das trockene Wüstenklima. Schaurig. Der „Friedhof“ ist einfach nur Wüste und Sand in dem überall verstreut Menschenknochen liegen und eben die Löcher in denen die guterhaltenen Mumien, Skelette oder Hand/Rückenteile (inkl. Haut) sitzen. Beeindruckend auch die lange Dreadlock-Pracht der Toten… ;-)
Die Wüste von Peru wird bald der Atacama Wüste von Chile den Titel der trockensten Wüste der Welt streitig machen. Vom Aussehen her fanden wir eh, dass Perus Wüste eher aussah wie „echte“ Wüste.

Auf der Panamericana (der wohl langweiligsten Straße Südamerikas… ehrlich…) gings weiter durch Sand, Sand und nochmals Sand zu den Nazca – Linien. Diese Linien sind so riesig, dass man sie eigentlich nur aus der Luft sehen kann. Es sind Figurbilder die bereits 800 Jahre vor unserer Zeitrechnung entstanden. Vollkommen abgefahren!! Wir haben uns die ganze Autofahrt darüber den Kopf zerbrochen wie man bitte sowas anstellen kann. Wie kann man etwas in den Sand zeichnen, das danach auch noch gut aussieht, ohne dass man weder das Ende noch den Anfang davon sehen kann… und dann noch so exakt…also echt irre. Und für was??
Wir wollten aber nicht fliegen, aus kosten-, umwelt-, und flugsicherheitsgründen (in den letzten Jahren starben ca. 45 Leute beim Absturz mit den Klapperdingern). In den 1940er Jahren wurden die Linien erst wirklich entdeckt und erforscht von der deutschen Maria Reiche, die ihr komplettes Leben der Linien widmete. Sie errichtete auch an der Panamericana einen Aussichtsturm von dem man wenigstens 2 1/2 Figuren entdeckt.
Auch wir sind den Turm hochgekraxelt, noch kurz vor Ankunft einer käsigen deutschen Reisegruppe.
Abartig auch, dass die Panamericana (die Straße, die einmal komplett durch den amerikanischen Kontinent führt) genau über den Schwanz einer Eidechse geht. Die arme Eidechse.

Hier die Bilder dazu:

Von dort aus war unser nächstes Ziel die Wüstenoase Huacachina. Hier fühlt man sich wirklich und wahrhaftig wie in der Sahara. Diese Oase besteht aus einem Tümpelsee, Hostels, Bars und Restaurants. Sonst nix. Und ist die Partymeile schlechthin, jedenfalls in der Nacht. Tagsüber verbringen die meisten Leute den Tag mit Sandboarden, sich die Sanddünen hochzukämpfen und Strandbuggiefahrten über 50 km Dünen pur.
Entgegen unseres Wissens, dass dort kein wirklicher Stellplatz ist, wurden wir von einem verrückten Peruaner abgefangen (der aber nur am Abend gut drauf war, oder sollen wir eher sagen, nach spezial Mixtur) der uns in den Hinterhof eines Hostels quetschte. Mit ach und krach und viel Geschiebe haben wir reingepasst. Auf dem Parkplatz stand auch schon das Auto von einem französisch-kolumbianischem Pärchen die wir ab Huacachina immer und überall wieder trafen und mit denen wir uns auch super verstehen und gute Zeiten verbrachten.
Sarah hätte am Liebsten den ganzen Tag nur eisessend im Pool verbracht, aber Steve hat mal wieder die höchste Düne des Ortes ausgemacht und beschlossen: „Da müssen wir rauf“. Und Himmel Arsch und Zwirn, hatten wir nicht gewusst wie verdammt anstrengend so eine Düne zu besteigen ist.
Steve war besser zu Fuß, aber Sarah musste sich mit aller Kraft auf allen Vieren Meter für Meter nach oben kämpfen („scheiß Sanddüne, nie wieder Sanddüne, ein Grauen…“). Aber der Sonnenuntergang von dort oben und der Ausblick auf nochmehr Sand hat sich wirklich gelohnt und das hinterher die Düne runterkugeln lassen. (Bis auf dass unsere Kamera leider sehr sehr gelitten hat in dem Sandinferno).
Nachdem wir 2x gut vegetarisch essen waren, bei jedem Gang die Kettenhippies mit Erfolg umschifften, und uns Tag und Nacht von Techno beschallen lassen haben, beschlossen wir weiter zu ziehen.

Hier die Bilder von der Oase:

Nach dem Wüstenerlebnis sind wir zum Nationalpark Paracas, einer staubtrockenen Halbinsel von der aus man Humboldtpinguine und Seelöwen besuchen kann. Wir hatten uns auf hübschen Strand gefreut, aber das Wasser war noch viel viel zu kalt (kalter Humboldtstrom halt) und anscheinend ist es schon öfter zu gewaltsamen Überfällen dort gekommen, dass uns die Parkranger sogar mit dem Motorad noch bis an den Strand gefolgt sind um uns zu sagen wir sollten dort auf gar keinen Fall übernachten. Na ja, sind wir also zum Visitor – Center, dort darf man auch umsonst stehen und es hat ein Klo. Der Nachtwächter hat zwar die ganze Nacht gepennt, obwohl wir ihn mit Kaffee, Bonbons und Käsebroten verköstigt hatten, aber er hat wohl auch eine 2 Tages- + 1 Nachtschicht am Stück erledigt…
Sowieso diese Sache mit den Wächtern… irgendwie seltsam… Überall hats Nachtwächter, für die abgelegensten Bruchbuden, für jedes Haus, für alle die sichs leisten können…. Der wohl langweiligste Job aller Zeiten.

Auf nach Lima!! Perus Hauptstadt. Und dank des gut funktionierenden Tauschhandel von Papiermaterial mit anderen Reisenden (was wir eine so tolle Gemeinschaft finden) waren wir sogar im Besitz einer kompletten Stadtkarte für Lima. So konnten wir fast auf Anhieb das Hitchhikers Backpacker finden und das obwohl die meisten GPS-Navi-Fahrer über Limas Verkehr schimpfen.
Auf dem Parkplatz des Backpackers befanden sich schon Adriana und Hugo, die einen Tag vor uns aus Huacachina aufgebrochen sind, sowie, oh Freude die französische Family die wir schon in Sucre und Uyuni trafen.
Desweiteren ein argentinisches Pärchen, mit denen wir bis jetzt einfach nicht so warm werden. Wir alle sind nun auf dem gleichen Weg nach Norden unterwegs…
Das Hitchhikers Backpackers liegt in einer der reicheren Viertel von Lima und hat uns schon ein bisschen vom Hocker gehauen. Mc Doofs, Starbucks, stylische Jugendliche auf Skateboards, Tennisplätze mit Lehrer, etc. pp. Wir kamen uns vor wie in Europa, wie in einer anderen Welt. Uns wurde bewusst, dass wir das nicht mehr gewöhnt sind grad.
Gleich um die Ecke des Backpackers ein Supermarkt der extra-Güte. Hier hats alles was das langreisende Herz begehrt, von Erdinger Weißbier bis französischer Käse und Schokocroissants…Hier gibts einfach alles… Dazu ist der Himmel Limas immer grau in grau… Seltsame Stimmung fanden wir.
Und hatten gar kein Bock die Stadt zu Fuß zu erkunden, immerhin hat diese ja auch über 9 Millionen Einwohner.
Also beschlossen wir auf unseren Faulheitstrick Nr.17 zurückzugreifen, eine Bustour durch die Stadt. 3 Stunden roter Doppeldecker. Und es hat sich gelohnt…!! Lima hat an sich ein paar hübsche alte Häuser, ansonsten na ja… Aber bei der Busfahrt war auch ein Besuch der San Franscisco Kirche inbegriffen, und der war der Hammer!! Unter dieser kleinen Kirche befinden sich nämlich Katakomben in denen Skelette von ungefähr 1 Millionen Menschen liegen aus der Zeit der Conquista. Am interessantesten an dieser ganzen Geschichte ist aber, dass es nicht nur Katakomben sind, sondern ein weitverzweigtes Tunnelsystem unter Lima, das mehrere Klöster miteinander verbindet. Die weitere Ausgrabung dieser Tunnel wurde allerdings schon in den 60er Jahren vom Vatikan strengstens verboten, denn dort wurden Sachen gefunden, die der katholischen Kirche zu peinlich ist, bzw. ihre Glaubwürdigkeit untergraben könnte. (Als ob das nicht eh schon der Fall wär…). Zum Beispiel führt der eine Tunnel von einem Männerkloster zu einem Frauenkloster… Wir nehmen jetzt mal an, dass dort Kinder/Babyskelette gefunden wurden. (oder laut Vatikan eben auch nicht …) Hochinteressant fanden wir dies…
Nach 3 Tagen hats uns allerdings wieder gereicht an Großstadt.

Hier die Bilder:

Nächster Stopp Huanchaco, erster Surferbeach on the Way up north. Diese Fahrt war der absolute Wahnsinn… im negativen Sinne… auf ca. 600 km gab es an die 50 Polizeikontrollen an der Seite. Das heißt du fährst, sie stoppen dich (natürlich fast immer uns), wollen die kompletten Papiere sehen, und meist erfinden sie noch irgendwas um an Geld zu kommen (ihr Liebstes: „sie sind zu schnell gefahren“ ahhahah… und das beim Roji, der eh nicht schneller als 100 km/h fährt und sich alle Verkehrsteilnehmer hupend darüber beschweren). Nach einigem hin und her weiterfahren, nur um nach exakt 2 km wieder angehalten zu werden. Es fällt schwer nett zu bleiben in diesem Fall, aber immer schön lächeln und Honig ums Maul schmieren… („ja, Peru ist das schönste Land, viel schöner als Chile und die Polizei hier ist ja sooooo nett….“). Am Ende vom Tag haben wirs auf exakt 10x gebracht, und für die 600 km haben wir ca. 10 Stunden gebraucht.

In Huanchaco waren schon Adriana und Hugo vor Ort und am nächsten Tag kam auch das argentinische Pärchen (die allerdings noch weniger Glück mit der Polizei hatten) und am darauffolgenden trudelten auch die Franzosen ein, die mit dem größten Wohnmobil wurden unglaublicherweise kein einziges Mal angehalten…
Huanchaco war eher grau in grau und nicht wirklich reizvoll, das einzig reizvolle an dem Ort war der hübsche Stellplatz, der schöne Sonnenuntergang und die antiken „Surfbretter“ die hier aus Schilf hergestellt werden.
In der Nähe von Huanchaco befindet sich noch eine weitere Sehenswürdigkeit, die wir uns noch im Schnelldurchlauf angeschaut haben, die Ruinen von Chan-Chan. Diese riesige Vor-Inka Stadt ist ziemlich hübsch, dank der tollen Fresken. Manche der Fresken sehen aus wie aus einem älteren Computerspiel. ;-) War auf jeden Fall einen Besuch wert.

Nach langem hin und her, haben wir uns doch entschlossen den längeren Weg zur Grenze zu nehmen, obwohl alle meinten die Grenze dort wär das Schlimmste was Südamerika zu bieten hätte, aber wir wollten uns den „schönsten Strand Perus“ nicht entgehen lassen. Máncora war wirklich schön!! Wir hatten uns im Surf-Camp eingenistet, hatten unseren ersten brutalen Sonnebrand und haben mit Adriana und Hugo, die einen Tag später eintrafen, nette Abende verbracht.
Máncora ist zwar auch eher Party-Town, aber der Strand ist lang genug für alle…
Allerdings haben wir bei unserem ewig langem Strandspaziergang an einem eher bewölkten Tag 3 Tote riesige Seelöwen, 10 Tote Seepferdchen,
1 verletzen Pelikan sowie einen verirrten Blaufusstöpel gefunden, das war dann irgendwie nicht mehr so schön.
Aber im Großen und Ganzen hat sich Máncora sehr gelohnt.

Hier die Bilder:

Und die Grenze zu Ecuador war ein neu gebauter Komplex, super unkompliziert (bis auf die Drogenkontrolle, der wirklich alles auseinandergenommen hat) und wir waren so gut wie allein dort.
Jetzt sind wir also in dem Land, auf das wir uns so lange gefreut hatten. Und der erste Tag war geprägt von Bananenpflanzen soweit das Auge reicht und dampfender Hitze. :-)

Der erste Ecuador Eintrag folgt bald… Schöne Grüße von der Küste …

Peru I 11.09. – 29.09.2011

Jetzt sind wir schon 3 Wochen in Peru.
Anfangs in Puno müssen wir gestehen, dass wir weder die „schwimmenden Inseln“ noch die „Insel der strickenden Männer“ besucht haben. Wir hatten irgendwie einfach keine Lust darauf Leute zu begaffen, und waren auch ein bisschen zu faul. Wie wir im Nachhinein von einer peruanischen Freundin die in Puno lebt, erfahren haben, hat der Massentourismus auf den Inseln auch wirklich negative Auswirkungen (wie solls auch anders sein).
So schicken viele Familien ihre Kinder nicht in die Schule, da der Verkauf von Souvenirs an Touris mehr einbringt, als wenn die Kinder eine Schulbildung bekommen, und die Touris die den Kindern gerne Süßigkeiten schenken bedenken nicht, dass es auf diesen Inseln keinen Zahnarzt gibt etc.. Soviel dazu.
Auf dem Weg nach Cusco bekamen wir einen kleinen Schock, ausgelöst durch die Benzinpreise!!! Hatten wir nicht noch irgendwo gelesen, dass Peru schon noch halbwegs günstig sei??? Aber wohl nicht beim Benzin, da kostet der Liter nämlich genausoviel wie in Deutschland (um die 1,25 Euro der Liter) also kostet unsere Tankfüllung gerade knapp 50 Euro… aarrrrggll.. Ein Schock nach den angenehmen Preisen in Bolivien :-)
In Cusco wurden wir von Bertha herzlichst empfangen und Roji hat eine extra Garage für sich ganz alleine bekommen.
Wir wurden betütelt, bekocht, und geherzt wie schon lange nicht mehr. Ein richtiges Bett mit TV davor. Kurz um, wir schwelgten im Luxus… =)
Cusco ist eine wunderhübsche Stadt, zwar sehr touristisch, aber richtig nett. Und soviel gutes Essen überall.
Wir sind die ersten Tage durch die Stadt gewandert, haben Schuhe gesucht (sehr lustig mit Schuhgröße 43 und 40, kaum Chance was zu finden. Frauenschuhe gehen nur bis Größe 38 und Männer nur bis 41, diese Kleinfüßigen…:-) Dennoch haben wir was gefunden… ) und sind in Berthas Café/Bar abgehangen.

Eine Stadtumgebungstour durfte natürlich auch nicht fehlen und so haben wir das Touriprogam zu den Rundherum-Ruinen absolviert.
Dabei stellte sich heraus,, dass Sarah die größere Kulturbanausin von uns ist („diese blöden Steinberge überall“). Steve will dahingegen nichts auslassen.
Angeschaut haben wir uns Sacsayhuaman (Auszug aus Wikipedia: „Die Ruine der Inkafestung ist eine der bedeutendsten Sehenswürdigkeiten aus der Inkazeit. Sie liegt etwa 3 km oberhalb des Stadtzentrums. Wahrscheinlich sollte diese Anlage den am meisten gefährdeten Zugang zur Stadt schützen. Tatsächlich verschanzten sich während der spanischen Eroberung Hunderte von Kriegern hinter ihren Mauern. Sacsayhuamán sollte aber auch repräsentativen Zwecken dienen und die Macht und Leistungsfähigkeit der Inka demonstrieren.“)
Auf dem Program standen noch ein paar weitere Inkabauten in der Umgebung, wie z.B. das Labyrinth und das heilige Bad der Inka etc.
Fotos sprechen für sich:

Mit Bertha haben wir auch noch einen 2-tägigen Ausflug ins heilige Tal der Inkas gemacht, nämlich zum Haus ihrer Eltern, wo wir auch herzlichst empfangen wurden und die Nacht in einem Zimmer vollplakatiert mit Pferde- und Che Guevara Postern verbrachten. Am nächsten morgen mussten wir um 5 Uhr aufstehen, da die Strecke nach Lares nur vor 6 Uhr morgens und nach 6 Uhr abends befahren werden darf.
Mit von der Partie war auch Berthas Bruder, ein ehemaliger LKW-Fahrer, der es nicht packte still neben uns zu sitzen. Da er die Strecke besser kannte als wir (die mal wieder nicht ohne war) und wir es nicht weiter mit anschauen konnten wie er ungeduldig auf dem Beifahrersitz hin und her rutschte und immer wieder „dritter“, „erster“, „gas“ etc. vor sich hin murmelte, überließen wir ihm zähneknirschend das Steuer.
Wir sind es ja gewohnt eher langsam voran zu kommen, da dies unsere Reisegeschwindigket entspricht. Schnelle Tagesausflüge über Berge, Schnee und Tal (für die Strecke hätten wir nen ganzen Tag gebraucht normalerweise) sind wir nicht gewohnt. ;-)
Auf Anmahnen von Bertha ist er aber halbwegs langsam die Schotter-Psycho-Strecke bis zu den Thermalquellen von Lares gefahren.
Auf den Weg dorthin wurde noch ein Ritual für die Berge auf Quechua abgehalten, das wir sehr schön fanden.
Die Thermalquellen von Lares sind auch ganz nett, mit verschiedenen heißen Becken, alle in der Farbe gelb und mit einem leichten Geruch nach faulen Eiern (Schwefel). Ein paar Stunden, einen Sonnenbrand und mal wieder Trucha später befanden wir uns wieder auf dem Heimweg über Stock und Stein.

Leider wurde das komische „Klack“-Geräusch auf dieser Strecke fast unaushaltbar, und Roji musste wieder mal zum Onkel Doktor.
Dieser brauchte zwar 1,5 Tage um den Fehler ausfindig zu machen, aber es konnte gelöst werden… Wunderbar…
Dennoch lag uns das: „Wie kommen wir nach Machu Picchu?“ immer noch im Magen. Man kann wohl bis nach Hidro Electrica fahren, von dort aus nach Aguas Calientes laufen und von dort den Bus nach oben nehmen, aber die Strecke soll nicht der Renner sein und wir hatten irgendwie nen schlechtes Gefühl wegen Roji. Also beschlossen wir nach langem hin und her überlegen doch mit dem vollkommen überteuerten Zug zu fahren, wenigstens von Ollantaytambo aus.

Denn bis Ollantaytambo ist die Strecke geteert und in gutem Zustand, außerdem lagen noch zwei Sehenswürdigkeiten auf dem Weg die wir uns nicht entgehen lassen wollten. Die Salzanlagen von Maras (dieser Link ist ein gutes Geo-Video zu der höchstgelegensten Salzfarm der Welt) und das kreisrunde Inka-Anbau-Versuchsfeld von Moray. Beides fand sogar Sarah wieder eindrucksvoll.

Im Örtchen hatten wir unseren ersten kleinen Auffahrunfall, ausgelöst durch einen unfähigen Polizisten, eine enge Gasse, einen nervenden, hupenden Gegenüber, und ein nicht ganz unschuldiges Taxi hinter uns. 100 Soles mussten wir zahlen für einen kleinen Knacks in des Taxis Stoßstange… „nerv“!!!!

Aber wenigstens durften wir auf dem Parkplatz von der Zuggesellschaft nächtigen. Am nächsten Morgen hieß es dann wieder um 5 Uhr aufstehen um auch ja zeitig in Machu Picchu zu sein. Die Zugfahrt war super, vorallem durch die Bekanntschaft mit einem brasilianischem Pärchen, die einfach klasse waren. In Aguas Calientes gings dann in Massenabfertigung mit Bussen die Serpentinen hoch nach Machu Picchu, der sagenumwobenen Inkastadt, die erst relativ spät „entdeckt“ wurde. Entdeckt im westlichen Sinne, denn schon bevor 1911 der Engländer dorthin kam, wussten ja wohl die Einheimischen schon davon.
Machu Picchu ist trotz der extremen Menschenmassen (knapp 3000 Leute dort oben jeden Tag) echt beeindruckend. Aber vorallem würden wir sagen: „Die Kulisse machts!!“
Wir waren auf jeden Fall vollkommen geflasht von soviel Dschungel, Schmetterlingen, Vögeln, Grün… Uns ist gar nicht aufgefallen wie sehr uns das die letzten Monate gefehlt hat. Auch der Weg runter von Machu Picchu nach Aguas Calientes, den wir zu Fuß bewältigt haben über antike Steintreppchen, war der Hammer. Unten hatte wir noch ewig Zeit und so haben wir uns noch das Mariposario (Schmetterlingshaus in etwa) angeschaut, das von einem peruanischem Hippi-Pärchen geführt wird. Sehr teuer der Eintritt zwar, aber man bekommt alles haarklein genau erklärt, vorallem auf die Fortpflanzungsgeschichten von Schmetterling, Raupe und Orchidee wird sehr genau eingegangen (Die Blüte der Orchidee ähnelt sehr dem weiblichen Geschlecht vom Aufbau her etc..pp.) *Öchöt*…. Sind ja schon fast rot geworden….
Beim warten auf den 19 Uhr Zug im Café haben wir dann noch die super nette Bekanntschaft mit einem hawaiianischem Pärchen und einem peruanischem Kleinkind (Sarah spielt Mama) gemacht.

Bilder von Machu Pichu:

Dieser Tag war der Tag der super tollen Begegnungen!!! So viele nette Leute kennengelernt. :-)
Die Ruinen von Ollantaytambo bestieg Steve am nächsten Tag alleine, Sarah machte es sich mit dem Muskelkater von gestern lieber im vegetarischem Café „Hearts Café“ bequem. ;-)
Zurück aus Machu Picchu genossen wir noch einen faulen, dekadenten Tag in der Obhut von Bertha, bevor wir uns auf den Weg machten in Richtung Sommer :-)
Abschließend bleibt noch zu sagen, dass wir jetzt den Peruanern den Titel: „grausigste Autofahrer aller Zeiten“ verleihen. Und das obwohl Peru wohl eines der wenigen Länder Lateinamerikas ist, die die Fahrschule besuchen müssen um einen Führerschein zu erhalten. (wie in Brasilien auch, aber da fahren sie ja sooooooo super gut). In Peru heißt es immer: Fernlicht nie ausmachen, immer auf der falschen Seite fahren und hupend überholen egal wo!
Morgen gehts dann zu den Linien von Nazca, den Mumien der Wüste, weiter zur Oase Huacachina inmitten hoher Sanddünen…
Bis zum nächsten Mal dann alles Liebe!!!

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