Abschlussbericht Paraguay 01.06. – 20.06.11

Wir hatten unseren Aufenthalt in der Laguna Blanca dann doch noch ein bisschen verlängert, da wir so gerne einen einsamen Strandtag machen wollten und dieser an einem Tag von einem seltsamen Kamerateam aus der Hauptstadt, samt Barbie-bikini-Model, Visagistin, Kostümbildnerin etc. unmöglich gemacht wurde.
Filmteam und die wohl glücklichsten Pferde der Welt
Und am darauffolgenden Tag wachten wir davon auf, dass ein Pick-Up vorfuhr auf dem eine komplette Familie saß und wir dachten jetzt seien wir im falschen Film. Diese Leute waren angezogen wie…wie….wie…keine Ahnung, wie ausm Wildem Westen. Mädchen und Frauen adrett gekleidet mit Kleidchen, weißen Socken, Lackschühchen sowie einer Haube auf dem Kopf und die Männer alle mit karrierten Hemden, Jeans und Kappe. Untereinander sprachen sie englisch. Aber schon bald kamen sie auf Steve zu und unterhielten sich mit ihm auf nahezu perfekten Deutsch ohne überhaupt genau zu wissen wo Deutschland liegt. :-) Sie waren von einer nahegelegenen Kolonie und obwohl sie seit 20 Jahren dort wohnen, sind sie bis jetzt noch nicht bis zur Laguna Blanca vorgedrungen.
Als wir dann ein paar Tage später weiter Richtung Nationalpark Cerro Corá unterwegs waren, kamen wir an einer solchen Kolonie vorbei. Mitten auf weiter Flur tauchte plötzlich ein umzäuntes Gelände auf, dahinter verbargen sich gleich aussehende Häuser, Schule, etc. und blonde Kinder die auf Schaukeln saßen.

In Cerro Corá staunten wir dann nicht schlecht, als uns der Parkranger erklärte dass der Camping umsonst sei und zwar so lang wir wollen. Na wunderbar, wir wollte ja eh 5 Tage bleiben um nicht am Wochenende die Grenze passieren zu müssen. In Cerro Corá soll es angeblich Wasserfälle und Höhlen mit Felsmalerei geben die noch von den Kelten (?? Wir haben auch irgendwo mal gehört es waren Wikinger???) stammen. Leider sieht die Realität inzwischen anders aus. Der Nationalpark und die Anlagen innen sind ein bisschen in die Tage gekommen, werden wohl nicht so häufig genutzt. Das Klo war abgesperrt, na ja, kein Grund zu verzweifeln, gabs halt extra Naturerlebnis.

(unser Bus hat sogar ne Außendusche ;-) )
Leider gab es aber auch keine Wanderwege mehr bis auf einen und auf die Nachfrage wie wir denn zu den Höhlen kommen, meinten die Parkwächter nur: „mmhmm, nicht zugänglich momentan, die müssen erst aufgeräumt werden“. Stirnrunzeln bei uns. Überall sind fein säuberlich Mülleimer aufgestellt die zur Mülltrennung anregen sollen mit der Überschrift: „Sie und wir schützen die Umwelt!“ und kaum sind wir 20 Meter rein in den Wald, tja, da lag der Müll dann fein säuberlich sortiert im Gebüsch. Deshalb wohl kommt man nicht in die Höhlen rein. Zu schade.

Der Park ist außerdem berühmt dafür, dass dort Ex-präsident Mariscal Lopez im Chaco-Krieg gefallen ist und auch ne Zeitlang dort beerdigt war. Ihm zu Ehren (wir haben gelesen, dass er ein extrem seltsamer Kerl war, der 1865 Argentinien, Uruguay und Brasilien den Krieg erklärte, bei dem letzten Endes nach nur fünf Jahren die Hälfte der kompletten Bevölkerung Paraguays gefallen ist) wurde dort ein überdimensionales Kreuz, mit Flutlichtwasserbecken, Tafeln etc. errichtet. Genau dort durften wir unser Lager aufschlagen und wir hätten es nicht für möglich gehalten, aber tagtäglich kamen im 2-Stunden-Takt Leute um das Kreuz zu besuchen. Wir dachten anfangs die kommen halt wegen dem Fluss und dem Park, aber ein Blick in das Gästebuch bewies was anderes.

Auch krass ist, dass in dem Park etliche Guaranís (Ureinwohner) in behelfsmäßigen Zelten wohnen, die tagein tagaus die Straße von Hand mit Steinen pflastern und dabei von ein paar Regierungsangestellten, die bei den Parkrangern wohnen, betreut werden. So ganz haben wir das alles nicht verstanden.
Irgendwie war die Stimmung ein bisschen drückend an diesem Ort, und außer einer giftgrünen Schlange und einer neuen Moskitoart auf die ich mit geschwollenen Elefantenfüßen reagiere, haben wir nichts wirklich Neues entdeckt. Aber die Tage in diesen Gefielden sind ja eh nie lange, denn es wird hier gerade grundsätzlich um 5 Uhr (!!!!!) Nachmittags dunkel.

Was ansonsten noch lustig an Paraguay ist, ist die Sprache. Meist ist das Spanisch mit Guaraní gemischt, so dass ich wirklich des öfteren da stand und nicht wirklich viel verstanden habe (und das obwohl ich inzwischen wirklich fast perfekt spreche ;-) ). Aber noch lustiger ist, dass sich paraguayanisches Spanisch einfach anhört wie Indisch. Steve und ich mussten uns oftmals ein Kichern unterdrücken. Das hört sich wirklich an wie Indisch!!!
Und ich muss unser Gemecker über die argentinische Autofahrweise zurück nehmen, das ist nix im Vergleich zu Paraguay. Die spinnen einfach was das betrifft. Wir würden es fast als pures Egofahren bezeichnen. Hauptsache Gas und immer ich. Und überholen sowieso egal wo, auch wenns ne scharfe Kurve und bergauf kurz vor der Kuppel ist, einfach drauf!!….
Da sich jetzt wieder hier in Brasilien umzugewöhnen (in Brasilien gibts sogar Fahrschulen!!!!) hat selbst uns ein bisschen Mühe gekostet, könnte man es sich doch fast angewöhnen nicht mal mehr zu blinken. ;-)
An sich soll Paraguay ein recht sicheres Land sein und mensch sollte sich wohl sicher fühlen wenn überall die Wachmänner rumstehen die aussehen als ob sie geradewegs in den Krieg ziehen würden, mit ihren Maschinengewehren und ähnlichem locker im Anschlag vor der Brust. Der Oberhammer war ein Wachmann einer Tankstelle, der eine Shot-Gun, Finger am Abzug um die Schulter hatte, und an jedem Hosenbein noch eine Knarre, sowie irgendwas weiteres in seiner Weste…. Leider trauten wir uns kein Foto zu machen und fragen wollten wir auch nicht… Deshalb hier die harmlosere Variante….
gunman

Ihr seht, es ist schwer sich eine Meinung von Paraguay zu bilden. Im Großen und Ganzen ist es ein kunterbuntes Erlebnis mit schönen Eindrücken und auch manchmal ernüchternden.

Hier noch ein paar Paraguay Impressionen:

Paraguay I
15. Juni 2011
So, als allererstes vorne weg, nicht erschrecken wenn der Text immer so lang erscheint, das liegt an der engen Formatierung des Blogs… Also keine Angst, ihr braucht keine Stunden einplanen unseren Eintrag zu lesen, in 5 min. seit ihr durch ;-)
Und wenn ihr noch Begleitmusik wollt, hier der rauf und runter Radio Hit aus Paraguay:

Paraguay also… Noch sind wir gespaltener Meinung. Liegt wohl daran dass uns immer mal wieder super Sachen übern Weg laufen und manchmal einfach nur genervt sind.
Fangen wir von vorne an:
Grenzübergang Puerto Iguazú – Foz de Iguazú – Ciudad del Este… Was für ein Chaos! Von Argentinien nach Brasilien (Foz) kamen wir so super easy voran, dass wir dachten, ach ja, locker… Einfach an der Grenze nen Stempel reingehauen bekommen, mussten nicht mal ausm Auto aussteigen, dann queer durch die Stadt um die Brücke nach Ciudad del Este zu finden und … prompt fahren wir am Schild vorbei…tsss…also umdrehen und von einer Seitenstraße aus hoch auf die Brücke…ahhhh hier fing das Chaos an.. Ich sag euch, so krass bin ich noch NIE in meinem Leben autogefahren und werde es hoffentlich nicht mehr müssen… Auf einer einspurigen Straße drängeln sich 4 Spuren Autos, Kleinbusse und Motos und jeder versucht so rücksichtslos jeden Millimeter auszunutzen dens gibt… Pflicht: Körperkontakt der Autos, hier bekommt der Ausspruch „Stoßstange an Stoßstange“ neue Bedeutung… ;-) Aber dank Steves Coolness und meinem zunehmenden Mutes schaffte ich es mich nach ca. 45 min. in die Spur zu quetschen….Und dann waren wir drauf, auf der Brücke… ähh, aber stopp, wir brauchen einen Ausreisestempel für Brasilien, sonst bekommen wir vielleicht das nächste Mal an der Grenze Stress, also Fenster runter und jedes uniformierte Wesen nach nem Stempel angebrüllt…Antwort: raus aus der Spur und Parken--- *Augenroll*, aber im Grunde wars dann doch einfach…

Einreise Ciudad, wir haben ja schon gehört, dass diese Beamten ungern ein Zollpapier fürs Auto ausstellen, also Parken, Migration Stempel rein und den Aduana suchen…ei, ist nicht da…aha…irgendne Type mit Goldkettchen meint er führt uns hin….Er führt uns hinters Gebäude, es fängt an nach Pisse zu stinken, es geht einen Hang hoch, und Steve und ich wechseln Blicke die eindeutig sagen: „so, jetzt werden wir überfallen, was tun?“ als plötzlich wirklich ein Zollgebäude auftaucht… in nem muffigen Zimmer bekommen wir unser Papier und 90 Tage… „jetzt will er bestimmt Kohle von uns“… wir folgen dem vermeintlichen Schlepper zurück, er verabschiedet sich und wir bedanken uns artig.. was war denn das?
Nix wie raus aus der Schmuggel-Stadt, auf zum Naturreservat Tatí Yupí der zum Itaipú Staudamm gehört und dessen Parks umsonst Camping haben. Aber vorher mussten wir uns noch beim Zoo kurz vor Hernandarias ein Permiso holen.
Auf dem Weg dann die 1. Polizeikontrolle, noch ganz lustig, denn nachdem der eine Polizist felsenfest davon überzeugt war, dass wir ne Rockband sind, stand ein anderer bei Steve und fing so dermaßen an zu lachen als Steve sein Sätzchen aufsagte „No hablo espanol“… Der rundliche Polizist hat sich fast vor Lachen auf dem Boden gekugelt („hahaha, der sagt er könne kein Spanisch, derweil hat er gerade mit mir Spanisch gesprochen“), dass alle weiteren 6 Polizisten plötzlich in sein Lachen einstiegen und alle Tränen in den Augen hatten… vollkommen Banane sagen wir da nur….
Tatí Yupí ist abgefahren, es hat das SAUBERSTE KLO UND BAD unserer Tour bis jetzt mit Klopapier und Seife, Strom, einen See, Fahrradtouren, Kutschenfahrten etc. und das alles für keinen einzigen Cent. Wir sind aber natürlich wie immer lieber allein durch den Wald gestapft, haben Fotojagd auf die Morpho-Kolonien (der größte Schmetterling der Welt, legt eure Hände aneinander, als ob ihr einen Schmetterling machen wolltet, und ihr habt die Größe) und auf die Affenbanden gemacht….;-)

morpho

Am letzten Tag (erlaubt sind immer 3 Tage und 2 Nächte pro Naturreservat) kam der Chef höchstpersönlich vorbei um mit uns eine Jeep-Fahrt durchs Gelände zu machen… Super nett der Miguel und er erzählte uns, dass sie ein extremes Problem mit Wilderern haben, die Jagd auf die Tiere machen, besonders Papageien stehen hoch im Kurs weshalb man leider kaum noch welche zu Gesicht bekommt. Auch die grossen Katzen wie der Puma oder Jaguar sind kaum noch zu finden auf Grund dieser Idioten… Da kommt einem doch mal wieder das Kotzen…Bei allerdings nur 10 Wildhütern für die gesamten Naturreservate des Itaipú (einige tausend Hektar) wundert es nicht, dass die Wilderer leichtes Spiel haben :-(

Tati Yupi Tati Yupi2 tati yupi sarah

Von Tatí Yupí sind wir weiter hoch, zum nächsten Reservat am See nach Itabo. Die Strasse dorthin war diesmal etwas anspruchsvoller. Eigentlich handelte es sich nicht um eine Strasse, sondern eher um eine 40 km lange rote Staubpiste durch das ländliche Paraguay, so dass wir uns schon die Frage stellen ob wir auf dem richtigen Weg waren. Unser Roji wurde nach dieser Tour so richtig Roji! :)

In Itabo angekommen, wieder Ruhe pur, viel durch den Dschungel wandern, oder eher tasten. Dieses Mal waren die Wege nämlich voller Riesenspinnen in ihren Netzen, die Steve kühn unablässig beseitigt hat…Und Affis (zumindest vitale von Baum zum Baum hüpfende) haben wir diesmal leider nicht zu Gesicht bekommen.

itabo itabo spinne itabo spinne2 nebel

Dann auf zum nächsten Reservat, zum Mbaracayú. 2. Polizeikontrolle auf dem Weg dorthin, wieder eine strange Erfahrung, dieses Mal ein hochgewachsener Mittdreißiger, der eher auf Flirtkurs war als alles andere… Erst wurde ich angeflirtet, dann hat er sich das Auto angeschaut, wie immer seine Kollegen dabei, „ah und oh, die haben sogar ein zweites Bett, und hast du den Kühlschrank gesehen?“… dann wurde Steve unter die Flirtzange genommen, Steve musste aussteigen und nachdem der Polizist ihn auf Größe und Muskelbeschaffenheit getestet hat, schloss er die Kontrolle mit einem „Ja, der gefällt mir, ihr könnt weiterfahren“. Ich wär beinahe geplatzt vor Lachen und musste Steve erstmal aufklären was das grad war…..
Wir stellten uns ein auf weitere 3 Tage in absoluter Natur-Ruhe und kamen in eine Grenzstadt in der so gut wie alle nur noch brasilianisch sprachen und es riesige Einkaufszentren mit Billigzeug gab… Huuii, wir natürlich sofort rein und dem Konsum verfallen (na ja…) wir haben uns einen langgewünschten Wasserkocher gekauft….Nur um dann später festzustellen, dass dieser Stecker nicht mal in irgendeinen Adapter passt, na super…
Das Reservat lag leider mitten in der Stadt, war mit Müllbergen zugeschüttet und der einzige Versuch dort zu wandern, scheiterte an einem Offizier auf einem Quad der uns erklärte, dass wir da nicht laufen dürften, weil überall Militär im Wald hockt (und Schmugglerbanden wahrscheinlich auch)…

müll itabo brücke

Tja super…. also sind wir lieber wieder shoppen gegangen… vorallem nach nem passenden Adapter für den Wasserkocher….haben einen gekauft, der natürlich NICHT passt… Typisch!!! Also haben wir einfach einen der 3 Pole gekappt und angesteckt und erstmal für total-Stromausfall gesorgt, klebt da doch glatt ein Aufkleber mit: „nur geeignet bis 110 Volt“ *ÖCHÖT* … Ja, das sind wir, eindeutig ;-) Aber wenigstens haben wir auch noch 8 Filme erstanden für 5 USD, davon leider die Hälfte nur auf Portugisisch ist, aber immerhin hatten wir Spaß an 4 Filmen…
Nach dieser seltsamen Naturparkerfahrung, waren wir uns einig, dass wir dringend auf einen richtigen Campingplatz müssten, vorallem um Wäsche zu waschen… Da Paraguay nicht sehr touristisch ist, gibt es davon nicht viele, und der einzige den man im Www findet, liegt 50 km vor Ascuncion an nem See.. Also sind wir den ganzen Tag dahin gefahren, sind natürlich wiedermal in eine Polizeikontrolle geraten, dieses Mal wars nicht lustig, die Bullen wollten Geld. Eine üble Sorte Geier umkreiste den Bus, musste alles prüfen und aha, fand sogar was, die Nebelscheinwerfer müssen tagsüber mit schwarzem Stoff umhüllt sein, er müsse uns jetzt eine Strafe geben… Wir kurz panik, ich mir in meinen Sturkopf gesetzt: NIEMALS, also wieder Trick 17: quasseln was das Zeug hält.. Er führt mich zum Kollegen, der reibt mir sein Regelwerk unter die Nase, ich quassel nach angestrengtem Lesen weiter auf ihn ein, zeigs ihm und er sichtlich genervt meint dann nur: „habt ihr irgendwas was ihr drüber machen könntet“ Klar, wir haben Gaffatape…und dann nix wie losgedüst… Mal schauen was den Blutsaugern das nächste Mal einfällt. Also an alle Reisenden, die über die Polizei in Argentinien jammern, lasst euch gesagt sein, die sind Herzileins im Gegensatz zu den Paraguayanischen, die einen grundsätzlich IMMER rauswinken. Im Dunkeln kamen wir dann aber in einem wirklich netten Dörfchen an, in dem überall deutsche Flaggen zu sehen waren… Oh, das Dorf San Bernadino wurde vor 200 Jahren von Deutschen gegründet…Es gibt sogar ne deutsche Bäckerei, die zwar außer Krapfen und Sesambrot nix deutsches im Angebot hatte, aber das war lecker….

bernadino

Diese Deutschen hier…
Uns ist es oft sehr peinlich zu sagen wo wir her sind, denn litt ja Paraguay bis 1989 unter einer Diktatur des deutschen NSDAP-Nazi Strößner, der nach dem 2. Weltkrieg sich Paraguay untern Nagel gerissen hat, viele Nazis ins Land geholt hat und mit eiserner Faust und einem Polizeistaat regierte.
Es gibt zig deutsche Kolonien, z.B. Nueva Germania, oder auch die Colonia Independencia, die von der Schwester Nietzsches und ihres Mannes als arische Kolonie begonnen wurde… *wurgs*… Der Norden, der Gran Chaco ist besiedelt von Mennoniten (die sind wie die Amish-People und sehen teilweise auch so aus und reden wohl Plattdeutsch) die in 3 Einwanderungswellen hier her kamen….
Der Campingplatz Brisas del Mediterraneo war ausgestorben, und wirklich richtig nett.. Super nett auch der Besitzer, der zwar gerne von seinem Zeugen Jehovas Dingens redet, aber auch so uns viele viele Tips gegeben hat. Leider wars mal wieder teuerer, also wollten wir nach 3 Tagen weiter und ich wollte endlich das Paket für Katha und Juli auf die Post bringen, dass sich seit der Osterinsel immer weiter vergrößert.

bernadino sarah berna berna camp

Deshalb wollte ich in den Schlund der Hauptstadt, ajjajajajajaj… schon im Vorort von Asunción gings mal wieder 3-spurig auf einer Mini-Einspurigstraße durch einen wirklich lebhaften Markt und wie dem so ist in Paraguay gibt es nirgends Schilder (wir haben im Netz gelesen, dass ein Paraguayaner seine Wege kennenlernt indem er bei jemanden mitfährt der den Weg kennt…) und nach knapp 2 Stunden hats uns gereicht und wir sind wieder raus ohne je drin gewesen zu sein…

asu

Wir haben uns in den Kopf gesetzt zur weißen Lagune (Laguna Blanca) zu wollen, haben uns gegen den Chaco entschieden, wegen vielen Kilometern unnötigen Nix (wir wollten ja nur die Mennoniten begaffen) und sind losgefahren, und gefahren und gefahren und gefahren, mal wieder in ne Polizeikontrolle unspektakulärer Art und gefahren bis wir in der Dunkelheit zu nem Feldweg kamen, mit kaum Sprit im Tank und kaum Geld in der Tasche. Die Polizeikontrolle auf dem Feldweg war nett und hat uns gesagt, wenn ne Abzweigung kommt, besser den linken Weg wählen, weil der Rechte, na ja nicht gut zu fahren sei… Mhmm…. es kamen viele Abzweigungen, aber wir haben wohl den richtigen erwischt, es ging über Sandpisten, wirklich gefährlichen Holzbrücken und Wasserlöchern zu nem Gatter das zu war…arggll…kurze Verzweiflung, nen Motoradfahrer angehalten der uns nach vielem rumfragen das Gatter aufgemacht hat und gemeint hat…“immer geradeaus dann kommt ihr zur Estancia die haben einen Camping“ Hahahah, mehrere Abzweigungen später waren wir doch auf dem richtigen Weg, Roji ist paar Mal echt tief in nem Wasserloch versunken, aber wir kamen an…Erschöpft und glücklich…here we are…Its fucking beautiful here!!! Fast wie weißer Sandstrand, Meer und Palmen, nur das es ne Lagune ist. Aber so außergewöhnlich, dass es hier sogar ne biologische Forschungsstation gibt, die inzwischen schon 5 Spezies an Tieren gefunden haben, die es sonst nirgens auf der Welt gibt. Und Tiere sehen wir hier allerlei, vorallem die strangesten Insekten und soooooo viele neue Schmetterlinge… ;-)

Einziges Problem ist, dass wir eigentlich keine einheimische Währung mehr haben, uns aber entschieden haben trotzdem zu bleiben und den Hütern hier bei der Abfahrt einfach unsere Notdollar in die Hand zu drücken, schließlich ist das hier Zweitwährung und Geld ist Geld….also hoffen wir jedenfalls… Denn so schnell wollen wir hier nicht weg, bzw. sind ja grad Pfingstfeiertage und da haben die Tankstellen zu und das ist das Erste was wir nach dem Feldweg machen müssen: Tanken…
So, das ist jetzt mal Paraguay soweit, jetzt werden wir unser Karibikessen Reis mit schwarzen Bohnen kochen und den weiteren Verlauf Paragauys planen!!!

Gehabet euch wohl und bis ganz bald,
alles Liebe von Steve und Sarah <3

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