Ecuador – Sierra y Amazonas:

Nachdem wir dann also frohen Mutes, gut gelaunt mit unserem super sauber glänzendem und neu fit gemachten Roji die Küste verließen, ging es erst mal ab in den Nebelwald… Schöne Landschaft und noch schönere Wälder… Wir sind den Berg nach Mindo runter geheizt mit stinkenden Bremsen und habens uns erst mal 2 tagelang am Fluss gemütlich gemacht… Nackt im Fluss baden (Hydromassage), Musik auf dem Rechner ordnen, einfach nur in der Natur sitzen…
Nachdem wir uns dann aber den heftigsten Streit bis jetzt geliefert haben (Schlachttttt) beschlossen wir dann, dass uns so viel Ruhe nicht gut tun kann… Hahahahah… Also auf in Richtung Quito..

Glücklicherweise kamen wir auf dem Weg dorthin am Mittelpunkt der Erde vorbei, und bis dahin waren alle Wogen wieder geglättet.. Nur Roji war noch sauer und qualmte vor sich hin, als wir auf dem Parkplatz dort ankamen… Die Mechaniker hatten wohl beim Waschen Öl auf den Bremsklötzen verteilt. Es gibt eine Erdmittelpunkt-Themenpark, der aber außer einer berühmten Statue, einem interessanten Insekten- und Schmetterlingsmuseum, sowie etlichen Souvenir Geschäften nicht viel zu bieten hat. Aber das obligatorische Foto muss schon sein. Auch wenn man sich nicht wirklich auf dem Äquator befindet.
Ein paar Meter weiter befindet sich nämlich der „richtige“ Mittelpunkt der Erde (GPS Vermessung sei Dank) mit einem Museum in dem man allerlei Experimenten beiwohnen kann.
Eigentlich stehen wir ja mal gar nicht auf geführte Touren, aber die Experimente, wie Ei auf Nagel stellen, Fließrichtungen von Wasser im Abfluss und nicht-mit-geschlossenen-Augen-auf-einer-Linie-balancieren-können fanden wir dann doch trotz Gruppenführung ziemlich gut. Es ist wirklich unglaublich, exakt auf der Äquatorlinie laüft das Wasser senkrecht nach unten ab, nur 2m weiter rechts oder links, läuft es in einem Strudel gegen bzw. mit dem Uhrzeigersinn ab. Dies wurde anhand eines mobilen Waschbeckens gezeigt. Krass! Auch die Erklärungen über den Amazonas und seine Bewohner war interessant.

(ein kleines Video von der Südhalbkugel, direkt auf der Äquatorlinie gibt es keinen Strudel)

Vom Mittelpunkt der Erde ging’s nach Quito, wo wir gedachten uns 2 Tage aufzuhalten und dann weiter, wieder runter, in Richtung oberes Amazonasbecken zu ziehen. Irgendjemand hat uns gesagt, dass es in Quito ein deutsches Hostel gibt. Und wir fanden dieses schwarz-rot-goldene Hostel von Gerd auch recht schnell. Quito ist eine relativ „ruhige“ Stadt irgendwie…
Gerd ist ein 81-jähriger (unglaublich fitter) Hamburger und beherbergt eigentl. hauptsächlich Deutsche in seinem Hostel, auf jeden Fall gabs davon eine Menge als wir eintrafen. Davon waren wir ein bisschen geflasht, auch von der Kühle der anderen Reisenden. Aber das Ganze ist ein sicherer Hafen in mitten Quitos Innenstadt, mit allen Annehmlichkeiten.
Irgendwann kam dann auch eine Motorradfahrerin die seit 3 Jahren allein um die Welt gurkt. Das fanden wir ziemlich beeindruckend und Steve hat mit ihr erst mal ne Flasche Rum gekillt.
Sightseeing stand natürlich bei uns auch auf dem Programm, die Innenstadt, die Altstadt, die riesige Shoppingmall, der botanische Garten, sowie der Aussichtsberg mit der Engelsfigur von der mensch einen gigantischen Blick auf die Stadt hat. Alles ganz nett so.
Nach 4 Tagen Quito konnten wir uns endlich losreißen und waren gerade aus der Einfahrt von Gerds Hostel draußen, als wir feststellen, dass weder unser Blinker noch unsere Scheibenwischer noch unsere Lüftung geht. Scheiße!!!…
Also erst mal zur riesigen Toyota-Vertragswerkstatt um die Ecke… Wahnsinns Teil, super sauber, super organisiert, … Und wir bekommen einen Termin für 10 Uhr darauffolgenden Tages.
Daraufhin wieder zurück zu Gerd, und erst mal alles checken, Sicherungen check, Relais check, Ferndiagnose mit Oli check… Nix hilft…nix wird besser.
Was kann es nur sein?
Um 10 Uhr des folgenden Tages sind wir deutsch-pünktlich beim Toyotadingens und erfahren dass sie Roji erst wieder um 17 Uhr des nächsten Tages aus der Klinik entlassen wollen… NERV… Also alles zusammengerafft und wieder mal zu Gerd, dieses Mal ins Zimmer.
Am nächsten Tag gehen wir frohen Mutes gegen Mittag an der Werkstatt vorbei, könnte ja sein unser Betteln wurde erhört und unser Auto ist früher fertig als geplant.. Und ernsthaft juchee, dort steht er, frisch geduscht, bereit zur Abfahrt…Wir Feuer und Flamme, die allerdings mit der Nennung des Preises erst mal erlosch, es waren schließlich nur ein paar Kabel, die die Mechaniker in Atacames beim Einbauen der Lichtmaschine wohl nicht wieder ordnungsgemäß befestigt hatten. Aber egal, Hauptsache wir können weiter.
Die Chefin fährt uns noch den Wagen vor, übergibt den Schlüssel, wir rein, Handbremse runter…aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaahhhhh was ist das??? Die Handbremse funktioniert nicht mehr… Kabel futsch. Unglaublich. Der Mechaniker erklärt uns, dass sie nicht wussten!!!!! wie sie die Handbremse lösen sollten und sind deshalb mit Bremse gefahren. Und das in ner Toyotavertragswerkstatt.
Also wieder zurück zum Sachbearbeiter, Fall schildern, und siehe da, plötzlich sind sie nicht mehr so nett wie vorher.
„Also nein, das Kabel war ja alt, das ist ja nicht unser Fehler, das kann ja immer mal reißen, blalblablalblala“.
Es geht hin und her, Sarah spuckt jetzt Feuer, heult, zetert. Und dank der Chefin konnten wir uns einigen: Arbeit machen sie gratis, wir zahlen das neue Kabel.
Also nochmal 73 USD, weil natürlich Original Toyota Ersatzteil, hingeblättert und können sies jetzt machen? Neeee, jetzt ist doch Freitag, vor Montag geht da nix. Argggl…
Wir einigen uns darauf, dass wir in 1,5 Wochen wieder vorbei kommen und erst mal unseren Bogen nach Süden machen.
Nach knapp einer Woche konnten wir Quito dann erst mal verlassen, zwar ohne Handbremse, aber immerhin.

Unser erstes Ziel war Touristenmagnet Baños das am Fuße des Vulkans Tungurahua liegt. Hier gibt es Thermalbäder und Wandermöglichkeiten, außerdem ist es bekannt für seine blombenziehenden Karamelstangen. Steve hat mich mal wieder einen Berg hochgejagt, die Aussicht war auch wirklich bezaubernd und das Bergab auch wirklich schnell. Ich frag mich bloß immer warum man so ewig nach oben braucht. :-D
Thermalbäder haben wir nicht besucht, hatten wir ja schon oft genug, außerdem sind die bei warmem Wetter nicht so einladend. Dafür schlossen wir noch Freundschaft mit einem frisch gestarteten holländischen Pärchen, die hauptsächlich 6 Surfbretter und 2 Kites durch die Gegend schippern und in einem Zelt auf dem Dach ihres Toyotas schlafen. ;-) Wirklich nett die zwei. Wünschen euch noch viel Spaß bei eurem Surf-Southamerica Trip!!

Von Baños aus ging’s erst mal in Richtung Amazonasbecken, nach Puyo, denn dort, so berichteten uns Adriana und Hugo, gibt es ein Affen-Rescue-Center, wo man mit den Affis rumturnen kann nach Lust und Laune. :-)
Wir waren ziemlich baff als wir dort ankamen und plötzlich lauter wirklich junge Volontäre vor uns standen. Eine erzählte uns die Leidensgeschichten aller Äffchen. Schlimm solche Fälle wie einer der in einem Mini-Vogelkäfig hausen musste, und deshalb alle Knochen verkrüppelt sind, oder der Affe der immer geschlagen wurde, sogar blind geschlagen, und jetzt hauptsächlich nur noch aggressiv auf Menschen reagiert. In diesem Center mitten in einem dampfenden Primärwald finden die Affen, Nasenbären und sonstige Tierchen eine Bleibe und es wird versucht sie wieder auszuwildern. Anfangs hatten die Besitzer eigentlich ein Restaurant dort geplant, doch ziemlich schnell brachte jemand ihnen einen misshandelten Affen, und plötzlich kamen immer mehr hinzu. Gute Sache finden wir.
Es war leider Sonntag, als wir dort waren, und deshalb waren wir nicht allein mit den Affen, anfangs waren wir schon fast enttäuscht, weil sich auch keiner zu uns gesellen wollte. Sind dann aber doch noch 2 Stunden dort geblieben und irgendwann kamen auch die Viechers zum spielen. Eine kleine Kapuzinerdame mit dem Namen Brujita fand vor allem Gefallen an ihrer neuen Affenschaukel, Steves Haare… Das war so lustig, dass gleich alle angerannt kamen.

affenschaukel

Aber aller Spaß hat auch mal ein Ende und so fuhren wir gegen Abend weiter runter, wir wollten ja noch bis fast zur Grenze zu Peru, denn dort lockte uns versprochene Kässpätzle und Soyageschnetzeltes in einem Hostel von zwei bayrischen Brüdern.

Hier die Bilder von den Affis:

Bis nach Macas haben wirs an dem Tag noch geschafft, haben neben einem Swimmingpool für lau übernachten dürfen und sind am nächsten Morgen weiter.
Ganz grandiose Landschaft, doch irgendwann wars vorbei mit Teerstraße und puff, hatten wir mal wieder einen Platten. Schön natürlich an einem Berg, wir erinnern uns, Roji hat gerade keine Handbremse.
Also sind wir mit kaputten Reifen weiter gefahren bis wir zu einer halbwegs geraden Stelle kamen. Wie gut, dass wir uns noch in Quito einen neuen Wagenheber kauften. So ging’s dieses Mal um einiges einfacher. Jetzt kutschieren wir halt 2 kaputte Reifen und 0 Ersatzreifen mit uns rum.

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Dieses Hostel war weiter weg als wir dachten und um 20:30 Uhr kamen wir entkräftet auf dem Zahnfleisch kriechend, nach Kässpatzen lechzend, an.
Freudig erklärt uns der Rezeptionist, dass das Restaurant leider leider nur bis 20 Uhr Bestellungen annimmt, ohne Ausnahme.
Na klasse, da müssen wir halt mit der Bar vorlieb nehmen. Alejandro mixt uns gute Cocktails und unterhält uns prächtig. Bis wir mit einem Motorradreisendem neben uns ins Gespräch kommen, und der unseren Glauben in die Menschen vom Fliegenschiß Deutschland endgültig zerstört. Soviel rassistische Scheiße haben wir selten gehört.
Am nächsten Morgen beim Frühstück versuche ich nett zu einem anderen Pärchen zu sein und ihnen ein paar Tips zu geben bezüglich der Wegstrecke die wir am vorherigen Tag gefahren sind, und als diese dann mit Nichtbeachtung reagieren, war bei mir das Faß endgültig voll und die Tränen liefen.
Scheiß Menschen, vor allem scheiß Deutsche! Das Motto für diesen Tag.
Also lieber ins Dörfchen der Hundertjährigen spazieren. Anscheinend ist das Wasser und die Luft so gut dort, dass die Leute steinalt werden ;-)
Auf unserem Platz stand noch ein Monstermobil von einem älteren Pärchen aus der USA. Gerade als wir mal wieder unsere Sachen gepackt hatten um weiterzuziehen, verwickelten sie uns in ein Gespräch, und aus ner halben Stunde wurden schnell 5 Stunden und der Tag war schon wieder vorbei.
Die sind so unglaublich saucool drauf, sind der Wahnsinn. Die Zwei und der nette Besitzer des Hostels habens geschafft mein Glauben in die Menschheit wieder herzustellen. :-)

Einen Tag später sind wir also wieder auf der Straße der Vulkane, in Richtung Quito unterwegs. Wie immer Berge, Hochland, Hochlandbauern, neee mögen wir nicht mehr. Das einzig beeindruckende waren die teilweise tollen Ausblicke auf die höchsten Vulkane der Erde die sich auf dieser Strasse quasi die Hand reichen.

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(schöne Sicht auf den Cotopaxi)

Eine geruhsame Nacht am Straßenrand und einen halben Tag später sind wir auch wieder zurück in Quito. Und sehen gleich: „oh nein, der komplette Platz ist voller Reisenden, so eine Scheiße“.
Nach vorsichtiger Beschnupperung stellt sich aber raus, dass wir uns super verstehen. Es sind Claus und Agnes mit einem Ulmer Kennzeichen, sowie Claus und Guido die uns in Sucre, Bolivien damals den letzten Platz im Hostel vor der Nase weggeschnappt hatten.
Der erste Abend wird feucht fröhlich, bis uns Gerd die Leviten liest, denn es ist Sonntag, und Sonntag herrscht in Quito Alkoholverbot und er hat Angst jemand könnte ihm den Laden dicht machen.
Einen Tag später erhält Roji ordnungsgemäß und im Nu sein neues Handbremskabel, und einen weiteren Tag später fängt der Vulkan in Banos zu blubbern an.
Die anderen vier beschließen wieder runter zu fahren, denn wann hat man schon mal die Gelegenheit einen spuckenden Vulkan aus der Nähe zu sehen.
Wir schließen uns dem an.

Mit 3 Autos und 1 Motorrad geht’s also wieder nach unten, sind ja erst vor 2 Tagen dran vorbeigefahren…grummel…
Aber mit der abenteuerlustigen Bande die gerne durch Matschberge und Wasserlöcher sowie Geröllhaufen fährt, hat man viel mehr Spaß und ist außerdem noch näher dran am Geschehen. Den ersten Abend sehen wir eigentlich nicht viel mehr außer Nebel, aber dafür hört man den Vulkan um so lauter vor sich hin grollen. Manchmal so laut, dass wir das Gefühl haben unser Auto wackelt wie Götterspeise. Jetzt können wir vollkommen nachvollziehen, wieso Urvölker den Göttern im Vulkan Opfer darbrachten.

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In der zweiten Nacht aber, von einem anderen Stellplatz aus, durften wir dann auch sein Feuerwerk betrachten. Einfach Wahnsinn das!! Der Sound, die rote Lava, dieser majestätische Vulkan und unten im Tal das friedliche Dorf, das seinen gewohnten Gang geht, die Hunde bellen, die Lichter der Autos blitzen auf. Was hätte wir für eine Stimmungs-Kamera gegeben, aber die ist ja noch nicht erfunden.

Hier die Fotos vom Vulkan Trip:

Nach zwei Tagen verabschiedeten wir uns wieder von den anderen auf Höhe von Quito und fuhren wieder nur zu dritt (Sarah, Steve, Roji) in Richtung Grenze. Bei Dunkelheit kamen wir in Otavalo an, wo wir noch ein paar Souvenirs kaufen wollten. Am darauffolgenden Tag klopfte es überraschend an unserer Tür und Freude oh Freude waren es die vier Gringos. Wir blieben einen Tag länger als geplant in Otavallo, das berühmt ist für seine gewebten Gürtel, und fuhren dann im Konvoi gen Kolumbien. So ist es auch schön zu reisen :-)

Jetzt sind wir schon wieder einige Tage in diesem schönen Land, und werden sobald wir an unserem Wwoof-Platz angekommen sind, auch unseren nächsten Eintrag schreiben, dieses Mal wirklich. :-D Mittlerweile sind wir nach knapp 2 Wochen wieder allein unterwegs. Hoffentlich kommt ihr uns besuchen…..wehe wenn nicht! ;)

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(Abschied von den Pistenrowdies)

Alles Liebe wünschen wir….

Hier die restlichen Fotos von Ecuador:

Ecuador Küste I:

Wie schon im Peru Bericht erwähnt war der Grenzübergang ziemlich easy diesesmal. Bis auf die Drogenkontrolle die das erste Mal auf unserer Tour sehr gründlich war. Während der Drogenpolizist unsere Schränke durchwühlte und die Holzverkleidung abklopfte, fiel uns siedendheiß ein, dass ja noch die (eher nicht wirklich wohlschmeckenden) Kokateereste aus Bolivien in unserem Essenschrank weilten. Wir sahen uns schon mit einem Bein im Gefängnis…Zum Glück blieb er einfach unentdeckt.
Im neugebauten Grenzkomplex gibt es einfach alles, inkl. Touriinfo, doch der zuständige Zollbeamte in seinem tarnfarbenen Strampelanzug und den Füßen auf dem Schreibtisch, wollte lieber seinen Film zu Ende sehen und schickte uns 7 km weiter. (Sarah behauptet es war König der Löwen, Steve sagt es wär ein Porno gewesen…). Aber auch 7 km weiter kein Problem, Roji war noch von seinem letzten Besuch in Ecuador mit Hannes und Anna im Computer gespeichert und so ging alles reibungslos und flott… Auch wenn die mit ihren Tarnanzügen doch recht Angst einflößend aussehen.

Alle Welt redet vom Strandörtchen Montanita, da wollten wir hin. Haben es am ersten Tag aber nicht dorthin geschafft. Wir sind gefahren bis uns fast die Augen zufielen und landeten bei einer 24 std. Tankstelle die uns herzlich aufnahm über Nacht. :-)
Am nächsten Tag gings weiter durch die Hauptbananenrepublik (-region), haben uns erfolgreich im Berufsverkehr durch die größte Stadt Ecuadors, Guayaquil, ohne Karte gekämpft, und die Küstenstraße gefunden um schlussendlich in Montanita zu landen.
Montanita ist die Hippie-Surfer-Szene-Party-was-weiß-ich-Strand Destination in Ecuador und besteht hauptsächlich aus Bars noch und nöcher, inkl. einem angepriesem Oktoberfest, an die 200 Kettenhippies (…für die wir auch des öfteren gehalten werden. Zur Erklärung: Kettenhippies sind meist Argentinier die sich mit dem Verkauf und der Herstellung von Schmuck aller Art das Reisen verdienen und sind so ziemich überall zu Hauf anzutreffen. Meist ist das Zeug nicht wirklich hübsch und überall gleich. Andere mexikanische Reisende haben uns erzählt, sie haben sich so komplett Kolumbien und Panama durchgearbeitet, mit Freundschaftsbändchen die sie für 5 USD das Stück verkaufen…wahnsinn! Sarahs Plan war ja eigentlich ziemlich ähnlich… ;-) aber irgendwie ist die Kettenhippiewelt nicht unsere), desweiteren Hostels und Surfshops.
Wir wurden an den meisten Hostels abgewiesen und fanden schlussendlich einen offenen Platz neben irgendwelchen Cabanas.
Einen Tag später wurden wir vom Brummen eines Monster-Mercedes anderer Reisenden geweckt. Beim Aufstehen waren sie gerade dabei ihren Generator anzuschmeißen und mit der Satelitenschüssel für den Empfang des Heimat-Tv-Senders im Kreis zu laufen. Freudig und mit ihrer kompletten Gesprächspower wurden wir in jedes einzelne Teil ihres Autos, und wichtig!!! ihrer 2 Fernseher eingewiesen… Nelly und Arturo sind eine unglaublich nette Marke für sich mit denen man viel Spaß haben kann. :-)
Nach 3 Tagen hat uns Montanita und das graue Wetter aber angenervt und wir beschlossen weiterzuziehen.

Auf der Küstenstraße richtung Puerto Lopez kamen wir am Ecopueblo Alandaluz vorbei, das einen wunderschönen (aber teuren) Campingplatz hat. Doch die Schönheit der Anlage zog uns magisch an und wir blieben kleben. Eingebettet in einen tropischen botanischen Garten stehen wahnsinnig genial gebaute Bambushütten, alles an einem wilden, menschenleerem Strand. Wir verbrachten die Tage mit lesen, Schildkröteneier zählen, Spielen, Strandspaziergängen, im Pool Bahnen schwimmen und auf Sonne hoffen. Steve stürzte sich stundenlang mit unserem neu gekauftem Bodyboard in die Wellen bis es brach und wir versuchten beim Hostel der Chilenen nebenan uns Surfbretter zu leihen, das daran scheiterte, dass nachdem er uns (achtung, Stereotype) in eine politische Diskussion mit vollkommen verdrehter Ansicht verwickelte, meinte dass an diesem Strand er uns nicht empfehlen würde Surfen zu üben.. Nu ja.. okay, wenigstens hatten wir einen Nachmittag mit chilenischer Unterhaltung.. :-D
Nach 5 Tagen wollten wir eigentlich umziehen in den Nationalpark, der Strand dort ist auch wirklich wunderschön, aber leider darf man dort nicht mehr über Nacht bleiben. Also sind wir nach unserem Ausflug zur Playa los Frailes für weitere 3 Nächte ins Alandaluz.

Playa los Frailes
Von Canoa haben wir uns viel erwartet, viel haben wir gelesen über das ruhig kleine charismatische Fischerdörfchen am schönen Strand. Wir wollten dort eigentlich Arbeit suchen, Sarah den lieben Steve zu nem Spanisch-Kurs überreden und eine Weile verweilen, doch es sollte anders kommen.
Auf dem Weg dorthin haben wir uns erst einmal verfahren, und grad als wirs merkten und umdrehen wollten, kamen uns unsere Argentinier entgegen, hoffnungslos verloren ohne ihrem Navi. :-D
Wir beschlossen im Konvoi weiterzufahren und schafften es auch nach 3 stündigem Umweg irgendwann in Canoa zu landen. (wir fragen uns immer noch wie wir das geschafft haben, denn eigentlich geht die Straße nur geradeaus an der Küste entlang :-D )
In Canoa selbst haben wir auch wirklich einen Stellplatz für Roji und das Monstermobil gefunden, sehr zum Entsetzen der anwesenden Personen, denn der Mercedes glich einem Elefanten im Porzelanladen. Leider standen wir genau über der Jauchegrube des Hostels was zu einem eher unangenehmen Kitzeln in den Nasenflügeln führte.
Canoa an sich hatte leider auch den Charm der Jauchegrube, nix mehr mit süßem netten Fischerdorf, nix mit netter Atmosphäre wie wir uns das vorstellen. In Ecuador scheint Ausverkauf zu herrschen und die Hostels schießen wie Stinkmorcheln aus dem Boden. Wär ja alles nicht soooo schlimm, aber irgendwie war die Stimmung dort wirklich komisch, da waren wir vier uns alle einig.
Als wir dann bei unserem obligatorischem Strandspaziergang, zu dem Sarah Steve jeden Tag zwingt, auch nix mehr als Müll, Geier und tote Seelöwen fanden, beschlossen wir schnell weiter zu ziehen. Im letzten Moment schlossen wir noch Freundschaft mit einem abgemagertem Strandhund den wir beinahe wirklich mitgenommen hätten, aber eine schlaflose Nacht später mussten wir einsehen, dass das nicht geht.

Canoa-Ende
Weiter gings ohne Hund und ohne Argentinier (die sind noch früher weitergezogen) nach Mompiche. Auf dem Weg lasen wir noch ein hawaianisches Pärchen auf, die der Reisebus einfach in der Pampa ausgesetzt hatte mit den Worten: „in 10 min. seid ihr da“. Hhahaha mit dem Auto und dem Fahrstil der Ecuadorianer vielleicht. Erik meinte wir kamen im richtigen Augenblick, ihre Beine hätten gerade angefangen zu zittern… :-) Unsere zweite super nette Begegnung mit Honolulanern. Soll wohl ein Zeichen sein. Wir finden es immer super spannend vom Leben auf der Insel zu hören.
Schon bei der Einfahrt in Mompiche ging uns das Herz auf, DAS war das was wir gesucht haben. Ein kleines, super freundliches Dorf am kilometerlangem Strand, das noch nicht mal funktionierendes Internet hat. Sofort kam ein barfüßiger auf uns zu und half uns ungefragt einen Stellplatz zu finden, einfach so.
Kaum standen wir, kam der Besitzer in Gummistiefeln angeschlurft und legte uns unser Willkommensgeschenk auf den Tisch. So saßen wir trinkend, essend, rauchend, quatschend auf unseren Campingstühlen im Sand unter Palmen.
Zwei Wochen genossen wir das Leben in vollen Zügen, wir gingen mit den Hawaianer abends was trinken, des öfteren ins Hostal La Facha um mit den Besitzern zu quatschen, Strandspaziergängen, Scrabbel spielen, Pablos 5 Hunde bespaßen, über Wellen hüpfen, etc. pp.
Mompiche ist für uns DER Platz to be und um 20 Uhr ist hier Feierabend, es ist Totenstill.

sweet little Mompiche
Alle hatten uns vor den Tagen nach Allerheiligen gewarnt, da dies verlängertes Wochenende bedeutete. Wir haben uns nicht viel dabei gedacht, und wollten unseren Augen kaum trauen als wir am Mittwoch aus dem Bus schauten. Das Dorf quoll aus allen Nähten, jeder noch so kleine Winkel war belegt, überall gabs neue Geschäfte, Stände, lachendes Militär und Polizei die die Massen in Schach halten sollten und Cocktailbars und was weiß ich. Sarah sofortiger Gedanke: „ich muss schleunigstens hier was zum arbeiten finden“. Ins La Facha, und die franz. Besitzerin meint nur: „ich hab händeringend nach jemandem gesucht, und hab vor 3 Std. jetzt eine Argentinierin gefragt die hier im Hostal untergekommen ist“. Sarah außer sich vor Wut über sich selbst und leider auch sonst überall einfach zu spät dran. Mist!!
So schnell die Massen kamen, so schnell waren sie auch wieder verschwunden und im Dorf kehrte wieder unendliche Ruhe ein. Beeindruckend.
Leider passiert in Mompiche gerade das selbe wie in Canoa, waren es vor einem Jahr noch 2 Hostels, sinds jetzt schon 12, wars vor einem Jahr noch eine schlammige Erdpiste zum Dorf, gibt es jetzt eine neue Asphaltstraße durch den Dschungel, überall wird gebaut und überall stehen „zu Verkaufen“ Schilder an den leeren Grundstücken am Meer. Uns hats ja fast unter den Fingernägeln gejuckt, nachdem uns erzählt wurde wieviel hier das Grundstück mit Hostel&Restaurantbau kostet, das hätten wir uns von dem Geld das wir für diese Reise gebraucht haben locker zahlen.
Aber leider sind „Traveler wie Heuschrecken“ (super treffendes Zitat von Juli :-) ) und Mompiche wird unserer Einschätzung nach wohl nicht mehr lange ein freundliches charismatisches Fischerdörfchen bleiben.
Kurz bevor wir uns wieder auf den Weg machen wollten, fing Roji an aus dem Motor zu qualmen… Arrgll.. Wir Nullchecker mal wieder keine Ahnung von was und wieso. Zum Glück ist Pablo auch Hobbymechaniker und stellt mit einem Blick fest: Die Lichtmaschine ist kaputt. Und kann uns auch eine gute Werkstatt in Atacames empfehlen, bei der wir dann auch gleich persönlich am Samstag vorbeischauen. 4 Std. Busfahrt hin und zurück mit dem Gefühl zwischendrin der Busfahrer wär Flugzeugpilot beim Abflug. :D

frisches, lebendes Huhn
Na wenn wir schon in eine Werkstatt müssen, dann können wir ja auch gleich alles reparieren lassen. Dort quietscht es, der Motor strotzt vor SALZ und Rost, der Ölwechsel ist mal wieder fällig, die neuen Bremsklötze quitschen immer noch seit Bolivien und was ist mit dem Luftfilter?? Mit dem letzten bisschen Strom auf der Batterie haben wir es am Montag grad noch bis in die Werkstatt in Atacames geschafft, wo dann auch niemand war. Nach ner Stunde warten kommt jemand und meint, neee, so nicht, erstmal waschen gehen. Aber da springt Roji schon nicht mehr an. Also ne halbe Stunde extern aufladen, Roji zur Wäscherei fahren, die meinen, neeee, vor 3 Stunden geht da nix. Wieder zurück zur Werkstatt, Schlüssel übergeben und sollen dies doch machen, da geht das bestimmt schneller, die kennen die Leute vor Ort ja. Wir beziehen das Hotel gleich nebenan, Steve schafft es auch den Internetschlüssel zu knacken, den die doofe Nuss uns nicht geben wollt, und genießen den Luxus eines Hotelzimmers und Pools. Ist uns davor nicht aufgefallen was das für ein Unterschied ist zum Bus. In so nem Zimmer kann man einfach die Tür hinter sich zu machen und die Welt draußen lassen, im Bus ist man immer mitten drin im Geschehen.
Leider musste die komplette Lichtmaschine erneuert werden, denn oh wunder wer hätts gedacht, die Alte war voller SALZ…
Also echt, so schön die Salar de Uyuni auch ist, alle die wir bis jetzt getroffen haben, hatten danach nur noch Probleme mit ihrem Auto. Wir würdens glaub nicht nochmal machen. Motorwäsche ist in Lateinamerika ja auch nicht wie in Europa. Hier gibts kein Motorschaum der einfach alles wäscht. Hier kommt Wasser und Öl zum Einsatz. Wir haben auf den Mechaniker eingeredet bloß kein Wasser drüber zu kippen und mit Öl sieht der Motor jetzt wieder halbwegs passabel aus. Und zum Glück konnten wir auch unseren nie gebrauchten Generator gegen getanene Arbeit eintauschen, so dass nur noch die Ersatzteile bezahlt werden mussten.
Roji ist auf jeden Fall nach nur 3 Tagen wieder fit und morgen starten wir in die Berge, in Richtung Quito um dann wieder alles runter zu fahren zur peruanischen Grenze und wenns dann richtig Hochsommer mit Dauersonnenbrand, äh Sonnenschein ist, wieder die gleiche Küstenstraße hoch, da gibts noch ein paar Strände die wir noch besuchen wollen, und wer weiß, vielleicht statten wir Mompiche nochmal einen Besuch ab. ;-)
Dann wohl schon mit einem der wunderbaren Plastikweihnachstbäumen und einem blinkendem Rentier auf dem Dach. (Sarah: „ich liebe diese Art von Weihnachten, alles schwitzt, die Menschen sind braungebrannt und überall gibts Weihnachtskitsch, nur der Zimtgeruch fehlt“.) Für Steve wirds das erste Weihnachten im Sommer…. Aber bis dahin ist ja noch ein bisschen.

DIE FOTOS (zur Information, wenn ihr die Diashow auf vollen Bildschirm macht, dann „Infos“ klickt, dann seht ihr auch was das Bild darstellen soll, sozusagen unsere Bildbeschreibung ;-) )

Wir senden euch die allerliebsten Grüße und gehabet euch wohl bis zum nächsten Mal,
Steve, Sarah & Roji

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