BOLIVIEN TEIL IV: 28.08. – 11.09.11

Nachdem wir also ins gelobte Hotel Oberland in La Paz sind und dort doch ganze 4 Tage verhingen, entschlossen wir uns nach langem ja/nein, nein/ja dazu, doch noch zum schweizer Mechaniker Ernesto Hug zu fahren um unsere vorderen Bremsklötze zu erneuern. Der letzte Mechaniker in Sucre meinte zwar die wären noch in Ordnung, aber irgendwie hatten wir das Gefühl da müssen Neue her.
Also sind wir am Donnerstag ohne Voranmeldung hin, weil wir dachten es sind ja grad eh keine anderen Reisenden da, also wird er wohl Zeit für uns haben.. hahaha… Wir kamen in der blitzesauberen Werkstatt an und die war gerammelt voll. Dennoch hat er uns noch schnell dazwischen geschoben. Die Schrauben vorne waren so abgenutzt, dass sie nur mit der Hilfe des Schweißgerätes des Nachbars aufgingen… Deshalb hat wohl der Mechaniker in Sucre gemeint, die wären noch okay, weil er kein Bock hatte stundenlang die Schrauben aufzubrechen. Fakt war, dass von den Bremsbelägen fast nix mehr da war… Gute Intuition!! Bei der Gelegenheit ließen wir noch die Hinterreifen mit mehr Profil nach vorne wechseln und die abgefahreneren Vorderreifen nach hinten. Dabei kam eine große Öllache in der Innenfelge des Hinterreifens zum Vorschein. MIST!!!

roji werkstatt1
Roji bekommt neue Bremsklötze

Hinterachsgetriebeöl hat ein Leck….. Und Ernesto hat erst wieder ab Montag Zeit… Desweiteren will er natürlich für bolivianische Verhältnisse soviel Geld dafür, dass uns sie Kinnlade runterfällt… (er will 200 USD, die „normalen“ Werkstätten verlangen in der Regel 8 Euro für 6 Stunden Arbeit) Aber, die Werkstatt von Ernesto ist super sauber und super gründlich. Und er bietet uns an, dass wir ab Freitag bei ihm in der Werkstatt schlafen können.
Also wieder zurück ins teure Oberland, und eine Nacht und einen Morgen lang grübeln ob wir das wirklich tun sollen, oder einfach so bis nach Cusco fahren und dort eine, wahrscheinlich, günstigere Werkstatt aufsuchen. …
Da wir uns aber nicht sicher waren, wieviel Öl wir inzwischen schon verloren hatten und keinen Achsenbruch riskieren wollten, haben wir uns schweren Herzens dafür entschieden doch zur Werkstatt von Ernesto zu fahren.
Das hieß jeden Morgen um 7 uhr aufstehen, was wir ja nicht mehr wirklich gewöhnt sind, um sich dann den ganzen Tag irgendwie in La Paz die Zeit zu vertrödeln… Jeden Morgen einen halbe Stunde den steilen Berg runter und abends ne halbe Stunde wieder hochkeuchen (Sarah: „heute nehmen wir aber ein Taxi hoch!!“ Steve: „ach komm, das schaffen wir“… ein Taxi haben wir nie genommen….und am Schluss kam einem der Berg auch gar nicht mehr soooo unüberwindlich vor, aber die Berge sind in La Paz wirklich steil, denn die Stadt liegt ja in einem Talkessel).
Jeden Tag haben wir an der Panadería Arco Iris begonnen, die im Schaufenster mit BREZEN wirbt, nach denen es uns ja wirklich gelüstet, aber leider hatten wir jeden Morgen Pech!!! Entweder waren wir zu früh, oder zu spät, oder wie Steve meint: „…backen die doch gar keine Brezen, das ist doch nur Verarsche.“ Dann haben wir darüber geflucht ein weiteren Tag in der Großstadt zu verbringen, haben uns von Pommesstand zu Donutstand, zu Pizzastand, zu Café gehangelt und uns danach auf die Plaza San Francisco gesetzt.
Am Samstag war da eine Bühne aufgebaut für den nationalen „Tanzkrieg“ (nationalen Tanzwettbewerb) der live im TV übertragen werden sollte, inkl. anerkannter Jury und irgendwelchen Berühmtheiten die wir nicht kannten.
Also entschlossen wir uns unsere Sightseeing-Bus-Tour auf die nächsten Tage zu verschieben und zuzuschauen. Erst kamen halbnackte Mädchen auf die Bühne, die immer wieder live-Werbung für Hamburger machten und bei den ersten Bands immer ein und den selben langweiligen Tanz aufführten… und wir waren schon voll enttäuscht, dachten wir es gäbe nur diese komischen Nackedeis…Dann plötzlich meint Steve: „oh gott, ich glaub der Moderator hats auf uns abgesehen…“ und wirklich, kurz darauf kommt der Moderator zu uns und meint:“sobald wir wieder auf Sendung sind, machen wir ein Interview, okay?“ „Ähhh ja, okay…“ 5, 4, 3, 2, 1, ---auf Sendung… „…Unter unseren Zuschauern befinden sich auch ausländische Gäste die sich für den bolivischen Tanz interessieren… “ blbllabalalba… kurzes Interview, Kamera auf uns gerichtet, sowie die Augen aller Anwesenden… und wir bekommen live ein Entel T-Shirt geschenkt… Peinlich peinlich…
Nach dem Interview kamen dann die wirklich interessanten Tanzgruppen, wirklich schön anzusehen, viel Geböller (Es wird immer geböllert in Bolivien, das mögen sie ;-) ) , Gejohle, immer mal wieder die halbnackten Mädchen die in den Werbepausen Hamburger in die Menge werfen…

tanzkrieg
die Bühne des Tanzkrieges

Und dann kams zur Losziehung, die am Anfang an die Meute verteilt wurden. Die glitzernde Minirock-Moderatorin wühlt in einem riesigem Glasaquarium und schreit die Losnummer 4429 und Sarah total erschrocken, oh gott, das ist meine Nummer… Hand hoch, hier, hier, da hat jemand gewonnen… Hier durch die Securityabsperrung, dort hoch auf die Bühne zu irgendwelchen nationalen Berühmtheiten, sie hat gewonnen… EINEN ANZUGSTOFF VON ITALIAN FASHION… Hier Küsschen, hier Scherzchen, dort 3 Kameras im Gesicht, wieder Küsschen, wieder Scherzchen…. Sarah auf der Bühne mitten in La Paz, live in ganz Bolivien in den Flimmerkästen…
Wieder runter, durch die vermummten Schuhputzer (die haben alle Hassis auf…), … „Steve, hast du Fotos gemacht??“ „Neee, die Kamera hattest du in deiner Tasche oben auf der Bühne“ arrrgglll… Zum Glück wars nur ein Anzugstoff und kein Geld, dann hätten uns die Schuhputzer wahrscheinlich gelyncht… So haben alle nur gelacht… Nur wir hatten keine Böller dabei…
Das war der Samstag, als wir „nach Hause“ in die Werkstatt kamen, hatte Roji ein Bein amputiert…

Am Sonntag war autofreier Tag, in ganz Bolivien!!! Faszinierend, diese Ruhe.. Ab sofort ist jeder 1.Sonntag im September motorfreier Tag, die Straßen in ganz Bolivien gehören den Radlern und Fußgängern… Scheee.. Wir haben den Tag mit Krisen-Geld-Sitzung und Semmelknödeln verbracht…

Montag dann, Hoffnung dass Roji bis zum Abend wieder heile sei… Wieder keine Brezen, direkt zum Sightseeing Bus, der um 9 Uhr abfahren sollte.. Aber nein, wer lesen kann ist klar im Vorteil, da steht „except first Monday of each Month“ arrrglll… Die Laune im Keller, auf zum Frühstücken in ein Café… Kaum im Café angekommen, zieht erst mal eine ellenlange Demo an uns vorbei, viel Geböller, wenig Gerufe… Es geht grad heiß her.. Evo möchte eine Straße durch den Urwald bauen lassen, queer durch Naturschutzgebiet und indigenen Wohnraum… Seit Wochen befinden sich Hunderte auf einem Protestmarsch nach La Paz, schon 2 Kinder sind dabei gestorben, weil sie verunreinigtes Wasser während dem Marsch getrunken haben.
Die Dialoge mit der Regierung wurden bis jetzt abgelehnt. Die Zeitungen sind voll damit.

Nach dem Frühstück ziehen wir in Richtung Innenstadt, zum Plaza Murillo und da ist plötzlich auch was los…Polizeiabsperrung, Hunderte Indigene in den schönsten Gewändern und Flaggen… vor dem Präsidentenpalast… Wir warten kurz und raus kommt: EVO MORALES… genau vor einem Monat hatten wir ihn ja schon in Sucre gesehen, heute schon wieder,… krass…
Erst dachten wir: „boha, cool, der stellt sich echt auf die Straße und redet mit den Demonstranten, einfach so….!“ aber es stellte sich raus, dass es der „Tag der indigenen Frauen und der Todestag von Bartolina Sisa“ war, der hier begangen wurde. Aber auch super interessant!!! Evo hat eine so tolle Stimme, Sarah ist immer ganz euphorisch, im Gegensatz zu Steve der stundenlang stehen muss und nix versteht…ahahahahaha…



am Plaza Bartolina Sisa

Es ist beeindruckend wenn er erzählt, dass als er noch klein war, die Indigenen nicht mal auf den Platz durften, kein Indigener sich zur Wahl stellen durfte, sie wie Dreck behandelt wurden. Auch interessant ist die Geschichte von Bartolina Sisa, eine Frau die gegen die Spanier kämpfte und so was von ekelerregend von denen auf dieser besagten Plaza Murillo hingerichtet wurde.
Und dann kam die Überraschung: Auf Bitten der Vereinigung der Indigenen Frauen heißt dieser Platz ab heute: PLAZA BARTOLINA SISA.
In den Zeitungen am nächsten Tag überschlagen sich die Gegner mit ihren Hassreden über die Änderung.
Die nächste Überraschung wartete auf uns „zu Hause“… Es wurde überhaupt GAR NIX am Roji gemacht heute… aaaaaaaaaaaaaahhhhh….
Na wie gut, dass wir unsere Sightseeing-Bus-Tickets nicht zurückgeben konnten…

Dienstag morgen dann wieder keine Brezen, dafür fuhr der Bus! Ein roter Doppeldecker, der an fast jeder Ecke fast an dem Kabelgewirr hängen blieb und am Schluss ein Teil der Strecke auslassen musste, weil mal wieder ne Demo war…
Noch ein Frühstück und dann betend hoch zur Werkstatt und oh wunder… Roji ist fertig… :-)
Wir voller Eifer, wollen gleich losfahren… Ernesto beschreibt uns den schnellsten Weg raus aus der Stadt, meint noch: „lasst aber die Untersetzung an, da kommen ein paar wirklich steile Straßen nach El Alto hoch….“
Gesagt getan, hoch gefahren, steilen Berg frohen Mutes genommen, aber Roji war irgendwie noch nicht wach, das kennen wir ja schon, und auf halber Strecke Einbahnstraße geht der Motor aus, trotz erster Gang und Untersetzung… Und wir bekommen ihn auch nicht mehr dazu hochzufahren….also Warnblinkanlage rein, rückwärts runterrollen lassen, wildes Gehupe der Bolivianer, die ja nie mit dem Auto warten, NIE NIE NIE und sich irgendwie immer vorbeiquetschen… Man, haben wir gezittert… Unten angekommen beschließen wir wieder ganz runter zu fahren, wieder ins Oberland und morgen den längeren Weg queer durch die Stadt zur Autobahn zu nehmen…
Abends fällt uns dann noch ein, dass wir Mittwochs ja nicht fahren dürfen, denn unser Nummernschild hört mit einer 5 auf und 5/6 dürfen Mittwochs nicht fahren… arrrggllll…

fahrverbot

Egal wir wagens trotzdem und kommen auch irgendwie durch, trotz dass an jeder Ampel die Verkehrspolizei steht und wirklich kein einziges Auto mit ner 5 oder 6 rumfährt… Insgesamt haben wir aber 2, 5 Std. gebraucht um den Moloch La Paz und El Alto hinter uns zu lassen…

Hier die Fotos von La Paz:

Aber im Grunde waren wir dann ziemlich froh, dass wir nochmal eine Nacht im Oberland waren, denn wir haben doch länger gebraucht als wir dachten und der Titikakasse über den wir ja mit einem Floß übersetzen mussten, hat am Nachmittag einen enormen Wellengang…
Schon um 1 Uhr hat das Floss beachtlich geschaukelt, so dass Steve mutig draußen stand und Sarah es vorzog lieber im Auto sitzen zu bleiben… ;-)
Hier ein kleines Video:

Rund um den Titikakasee ist es wunderschön!! Die Strecke erinnert uns stark an Cinque Terre/Italien und wir fühlen uns wieder in Urlaubslaune… :-)
Unser Ziel ist COPACABANA… Ja, die echte Copacabana nämlich.. Bekannt wegen seiner tollen Jungfrau de Copacabana, die auch der bekannteren Copacabana in Brasilien den Namen gab, als eine Statue von ihr nach Brasilien gebracht wurde.
Die Virgen de Copacabana ist dafür berühmt Wünsche in Erfüllung gehen zu lassen… ;-) Die düstere Kerzengrotte quillt über von blitzender Dankesplaketten.
Ansonsten ist Copacabana natürlich berühmt unter den Touris, da man von dort aus Ausflüge zur Sonneninsel und Mondinsel machen kann. Die Isla de Sol (Sonneninsel) wurde von den Inkas als Geburtsort der Sonne angesehen.

Unser erstes Ziel war aber das Hostel „La Cúpula“, das wunderschön im arabischen Stil von einem Deutschen gebaut wurde, mit herrlichem Blick über Copacabana und den Titikakasee.. und noch dazu ein super gutes Restaurant mit vielen vegetarischen Gerichten sowie leckere Trucha hat (eine der größten süßwasser Forellenart der Welt, die hier im See gezüchtet wird) . Das Hostel ist bis oben hin voll mit Backpackern, auch mal ne neue Erfahrung für uns auf dieser Tour und wir lernen ein paar Nette kennen. Andi und Lydia, schade dass wir uns nicht mehr gesehen haben dann.. Hoffen ihr hattet eine tolle Zeit auf der Isla de Sol… :-)

Hier die Fotos zum/vom Titikakasee Bolivien:

Auch wir beschlossen zur Isla de Sol zu fahren. Mit einem wackeligen Boot geht es 2,5 Stunden über den Titikakasee, man wird im Norden abgesetzt um ca. 11 Uhr und kann dann von dort aus in den Süden laufen, wo das Boot wieder um 15:15 Uhr abfährt…
Überraschend gab es auf der Insel schneeweiße Sandstrände, die leider nicht zum Baden einladen, aufgrund des eiskalten Wassers des Sees…
Auch hier wieder liegt die Insel auf knapp 4000 m, der See ist ja der weltweit höchste schiffbare See und ist ca. 13x so groß wie der Bodensee.
Wir wollten auch wandern, aber schon nach wenigen Metern merkte Sarah mal wieder Probleme mit der Höhe (Steve macht das natürlich nix aus… tsss). Es kommt zum Streit, wir beschließen trotzig trotzdem zu laufen, ganz im Norden dann beschließen wir umzukehren, dann wars schon zu spät, also doch laufen….
So liefen wir also über den Kamm, immer rauf und runter, von Nord nach Süd, habens dann auch noch tatsächlich geschafft eine Gruppe schnaufender Argentinier zu überholen und grad noch so aufs Boot zu gelangen…
Aber irgendwie war die Sonne und die Höhe doch wirklich zu viel für Sarah, das Ende vom Lied waren übelste Kopfschmerzen und Kotzen was das Zeug hält.. Ab sofort keine Höhenwanderungen mehr für Sarah!!!!! Den Weg zum Machu Picchu wird Steve (der neueste Bergewanderfreak) alleine bezwingen und Sarah brav Bus fahren…
Zum Glück haben wir an diesem Abend uns gegen Fondue-Essen entschieden, das wär ja mal voll die Verschwendung gewesen… :-)

Hier die Fotos vom Geburtsort der Sonne:

Den nächsten Tag verbringen wir beide komplett lesend in der Sonne… Da wir in La Cúpula auch endlich wieder Bücher tauschen konnten…
Sarah hat ein neues Lieblingsbuch: „Maries Reise“ echt super cool.. Und Steve liest!!!!! auch ein Buch… ;-) ….“der Chinese“
Das sollte dann aber reichen an Copacabana und wir wollen weiter nach Peru… aber natürlich nicht ohne vorher an der Autosegnung vor der Kirche teilzunehmen.. :-) Die Segnung ist über die Grenzen hinaus bekannt, und tagtäglich stehen Schlangen von geschmückten Autos aus Bolivien und Peru da um für unfallfreie Fahrt zu bitten…
Lustigerweise läuft das Ganze so ab: Man stellt sich in Zweier-Reihen auf, kauft Blumen, Ketten und Klimbim und schmückt damit sein Auto. Danach kauft man sich noch Alkohl und eine Blüten-Zucker-Zimt-Reis Mischung. Erst wird das Auto mit Alkohl gut abgespritz, darauf kommt dann die Mischung…. Dann fängt man selbst an zu trinken… Alle sind guter Laune, überall werden gegenseitig Fotos gemacht und die Bier oder Champusbecher rumgereicht… Derweil wartet man auf die Priester, die dann mit einem Kübel voll Weihwasser von Auto zu Auto gehen, den Motor, das Auto und die Menschen mit Weihwasser tränken und man gemeinsam für Unfallfreiheit betet… Dann wird natürlich wieder Geböllert was das Zeug hält…..Und danach fahren alle betüdelt oder etwas mehr nach Hause, jetzt kann ja nix mehr passieren, ist ja gesegnet… ;-)
Zum Glück trinkt Sarah keinen Alkohl, sehr zum Unverständnis unseres Nachbarautos die uns gerne mit mehr versorgt hätten… :-)

Roji wird gesegnet:

Wohl gesegnet, mit einem buntgeschmückten Roji gings dann auf zur nur 8 km entfernten Grenze… Da war dann natürlich erstmal von 13 – 14 Uhr Mittagspause.. Also wieder in der Reihe mit buntgeschmückten Autos warten.. :-)
Als der Zoll endlich aufmachte, konnten wir fast problemlos unser Zollpapier übergeben, im Gegensatz zu dem anderen Schweizer der in Brasilien lebt, der sich erstmal freikaufen musste…
Rüber über die Grenze mit den Schweizern, eine Stunde die Zeit zurückstellen und auch hier wieder von 13-14 Uhr Mittagszeit.
Die Migration sauber, der Zoll super nett, überall Tuk-Tuks…wir dachten: boah, cool wir sind in Peru, alles voll nett…
Aber ne ne, wir müssen erst noch zur Polizei….und die überprüfen nochmal alles, und finden: ah, wir haben keine gültige Versicherung mehr für Peru…. arrglll… Unsere hat ja nur für die Mercosurstaaten gegolten.. Und wir dachten kein Problem, kaufen wir dann in der nächsten Stadt..
Aber ne, die Polizei will erstmal 100 USD von uns, damit wir weiterfahen können…
Alles was wir noch haben sind 10 USD und 10 Bolivianos, die wir zähneknirschend den Geiern in die Hand drücken… Die Schweizer vor uns haben schon 40 USD bezahlt…. was für ein lohnendes Geschäft….
Die Bullen meinen sie hätten das jetzt in den PC getippt, dass wir bis nach Puno durchfahren dürfen auch ohne Versicherung…
Und genau 5 Km vor Puno hält uns der nächste Polizist auf… Versicherung bitte…..aaaaaaaaaaaaahhhhhhh… Scheiße!
Auf ihn eingeredet, geredet, geredet, erklärt erklärt.. Er will uns natürlich ne Buse von knapp 300 Euro aufdrücken, er will ja kein Bestechungsgeld betont er immer wieder…ahahah… Wir haben ja auch absolut gar nix mehr, außer ein paar bolivianischen Münzen…
Sarah redet bestimmt 45 min. auf den Herrn ein, ärgert sich, dass wir ihm unsere Originalpapiere in die Hand drückten und diskutiert und diskutiert.. Bis der nette Polizist plötzlich doch bestochen werden will….ha!! aber wir haben wirklich kein Geld, unsere Münzen möchte er nicht, jetzt möchte er mit uns im Auto bis nach Puno zum nächsten Geldautomat fahren, damit wir ihm da dann Dollar geben… also neeee.. das sitzen und diskutieren wir aus… Nach 45 min. wirds dem Beamten dann doch zu doof und lässt uns weiterfahren…. Juchheee gewonnen…!!

In Puno haben wir einen Parkplatz beim 5-Sterne Hotel „Posadas del Inca“ und genießen ein bisschen Lounge-Luxus… Und inzwischen haben wir auch eine 1 Monat gültige Versicherung für Peru…. Also: Auf ein Monat Peru… :-)

Hoffen euch geht es allen super gut und seid lieb gegrüßt, bis zum nächsten Bericht dann, dem Peru Bericht… :-)

BOLIVIEN TEIL III

07.08. – 09.08.11 Sucre – Potosí – Laguna „Ojo del Inca“ Tarapaya

Am Sonntag haben wirs dann endlich geschafft uns von Sucre loszureißen. Wir hatten extra einen Sonntag gewählt, um nicht wieder in Bauarbeiten auf der Strecke steckenzubleiben. Denn die Strecke Sucre – Potosí ist gerade zu 70% geteert, welch Freude.
Aber erst mal Tanken und Kanister auffüllen in Sucre, haben wir ja gehört, dass es in Uyuni nur „Touripreise“ gibt fürs Benzin. Also zur 1. Tankstelle in Sucre, die Jungs zeigen auf ein Blatt Papier und erklären uns, dass seit 1. August nun neue Preise für Ausländer gelten.
Nämlich statt 3,74 Bolivianos (ca. 0,36 cent) nun 8,39 Bolivianos (ca.0,82 cent). Wir überlegen, hmm.. eigentlich schon verständlich, ist das Benzin in Bolivien ja teilsubventioniert, und vielleicht gar nicht so dumm um Geld in die Staatskasse zu bekommen, ist Bolivien doch noch immer das ärmste Land Südamerikas. Also sagen wir „egal, füll auf“. Die zwei Jungs schauen uns entsetzt an: „was? Zu diesem Preis?? Wollt ihr nicht lieber weiter hoch fahren zur anderen Tankstelle, vielleicht bekommt ihrs da zum normalen Preis.“ Wir beide vollkommen baff…
Da wir ja leider auch nicht so besonders viel Geld haben, also hoch zur anderen Tankstelle. Dort das gleiche Problem.. .der Tankwart rennt los, holt die Managerin und sie kommt atemlos angerannt mit dem Blatt Papier, wo drauf steht, dass ab sofort der Preis für uns 8,39 Bolivianos pro Liter Benzin beträgt. Die Frau und die Jungs reden auf uns ein, wettern über die Regierung, finden es extrem scheiße uns für diesen Betrag Benzin verkaufen zu müssen, meinen wir sollen uns bei der Botschaft beschweren, sie finden das Diskriminierung…finden Evo zum Kotzen…. Und nach ner halben Stunde ist die Lösung gefunden: „warum parkt ihr nicht außer Sichtweite der Tanke und kommt mit euren Kanistern hier her und schüttet die dann selbst rein, dann können wir euch die zum normalen Preis verkaufen, denn es geht um das Nummernschild, nicht um den Pass.“ Heidanei…yes… Gesagt getan, alle sind glücklich (bis auf Evo).
Wir haben natürlich noch die ganze Autofahrt diskutiert darüber und sind zu dem Entschluss gekommen, ja stimmt, eigentlich ne gute Idee den „reicheren“ Leuten das Geld abzuknöpfen, aber die Kehrseite wird sein, dass viele Autofahrer ab sofort nicht mehr ganz Bolivien abfahren, sondern nur zu den „Highlights“ und wieder raus. Was für ein Glück dass wir schon 1,5 Monate in Bolivien unterwegs waren. ;-) Andererseits geht’s ja auch um die Grenzstaaten die zum Tanken nach Bolivien fahren (z.B. Brasilien)
Die Fahrt war ziemlich nett und entspannt, Teer und wieder Schotter… Das erste Mal Lamas und ihre wilden Verwandten die Vicunas gesichtet…Ab diesem Zeitpunkt immer und überall… =)

Und dann gings Bergauf zur höchstgelegensten Großstadt der Welt, Potosí (4070m), früher die reichste Stadt, aufgrund des Silberabbaus den die Spanier betrieben. Es sind Millionen Menschen in den Minen umgekommen. Heute eine der ärmsten Städte. Hier kann man Minentours machen und sich anschauen unter welch unmenschlichen Bedingungen die Leute dort immer noch arbeiten (Heute ist zwar kein Silber mehr vorhanden, dafür aber Reste von Zinn, Kupfer und Lithium(??)). Wir wollten dies nicht, aus moralischen, klaustrophobischen und Disneyland-Etablierung Gründen.
Die Stadt an sich fanden wir auch nicht besonders schick, wir sind nur kurz tanken gegangen (wieder das gleiche Spiel mit dem Stück Papier und den 8,39 Bob) und gleich weiter gefahren zum Kratersee bei Tarapaya, der eine kreisrunde Form hat und dessen Wasser ca. 30°C beträgt.

Wenn man bei Wikipedia nachliest, steht da dass der See gefährlich sei, aufgrund seiner Strudel und schon einige ums Leben kamen dort drin. Gefährlich fanden wirs jetzt nicht zum Baden, und auf Nachfrage erzählte uns der Wirt dort, dass die meisten umkamen, weil sie halt nicht schwimmen konnten. Der Kratersee hat eine Trichterform nach unten und ist 22m tief. Auf seinem Grund befinden sich immer noch Autowracks von Leuten die sich das Leben dort genommen haben. Brrrttt…
Wir haben trotzdem 2 Tage das Wasser genossen, und die Hunde natürlich. Wo wir mal wieder kurz den Tränen nahe waren, als unsere Lieblingshündin uns bis außer Sichtweite nachgerannt ist… ja ja… das übliche ….

Hier die Fotos dazu:

09.08 -13.08.11 Tarapaya – Uyuni -Salar de Uyuni- Uyuni

Nun gings endlich zu Steves langersehntem Ziel, der Salar de Uyuni, der größten Salzebene der Welt. Aber erstmal nach Uyuni, die das Eingangstor darstellt, und in unseren Augen eine wirklich bähige Kleinstadt ist. Mag auch daran liegen, dass ich kurz davor einen Artikel in der Zeitung gelesen hatte, wie eine Woche vor unserer Ankunft ein 8 – jähriges Mädchen auf dem Friedhof umgebracht wurde. Keine nähere Ausführung hier, aber an dem Kack-Friedhof vorbeizukommen, das spukte dann sehr in unseren Köpfen rum. Wir schliefen auf dem vollgemüllten Hinterhofparkplatz des Hostels Marith (sowieso Müll ein riesen Problem um Uyuni drum rum) und hatten unsere erste eiskalte Nacht im Auto. Bei ca. -8°C hatten wir dicke Eis im und am Auto. Aber, unsere Mammutschlafsäcke sind der Hammer und die Isolation auch, so haben wir keine Heizung benötigt. 


Salzwüste? Müllwüste!


1.Nacht in Uyuni

Am nächsten Tag haben wir dann den Rat anderer Reisender befolgt und haben unser Auto von unten mit Öl einspritzen lassen, dass das Salz (immerhin sind es ca. 180 km hin und zurück auf purem Salz fahren) nicht zu sehr den Roji angreift.
Und dann los nach Colchani, immer den Tourenjeeps nach. In den Touriinfos haben uns alle gesagt, wir würden es niemals schaffen zu den Inseln zu finden, denn wir sind ja scheinbar verrückt ohne GPS zu fahren… Am Eingang standen wir schon ne Stunde ratlos rum, bissi Bange dass wirs wirklich nicht schaffen. Aber wozu hat man einen Mund zum Fragen…also immer in diese Richtung, und kaum waren wir drauf, wars wirklich ein Kinderspiel, man muss einfach den Spuren der Jeeps folgen, die zu hunderten dadrüber brettern und so ne Art Autobahn auf dem Salz hinterlassen. Ist schon ein interessantes Gefühl, aber umwelttechnisch betrachtet, bissi arg abartig.

Aber dennoch, selbst Linienbusse verbinden das Dorf am einen Ende des Salzsees mit dem Anderen auf der gegenüberliegenden Seite. Beim ersten Stopp am Salzhotel angekommen, sehen wir ein weißes Monster-Wohnmobil und wir so „haha, wär lustig wenn das jetzt die Franzosen wären…“ und wer wars? Die Franzosen die wir schon in Sucre kennengelernt haben. 
Letzte Infos über den Fahrtweg und weiter geht’s… Zur Insel Incahuasi. Diese kleine Insel ist übersät von riesigen Kakteen die teilweise bis zu 1200 Jahre alt sind. Die unzähligen Tourenjeeps parkten alle direkt vor dem offiziellen Eingang zur Insel wo man Eintrittskarten zur Besteigung der Insel kaufen kann. Also parkten wir natürlich am anderen Ende und bestiegen die Insel von dort;)

Wir dachten, alle Camperreisenden würden dort schlafen, aber wir wurden dann kurz vor Sonnenuntergang vom Wärter vertrieben. Anscheindend schläft dort wohl doch niemand. Upss… Also weiter zur Fischinsel (Isla de Pescado). Auf der wir dann 2 Tage vollkommen allein waren. In den Tagen kamen gerade mal 2 Jeeps vorbei. Komisch. Aber es war wunderbar. Extremste Stille, kein Laut, kein Vogel, einfach nur Kakteen, Steine, Salz… Und Steve hat seine Vorliebe fürs Bergsteigen weiter ausgebaut.  Und natürlich Stunden mit lustigen Fotos machen verbracht. Hier ein paar Bilder unserers spassigen Fotoshootings:

Die Nächte waren übrigens nicht so krass kalt wie wir dachten, nur -2°C. Überhaupt kein Problem …und am Tage war es angenehm warm solange es Windstill war.

Hier die restlichen Bilder der Salzwüste:

und ein kleines Video beim Heizen über das Salz:

In diesen Tagen beschlossen wir, dass wir keine Lust haben, ca. 600 km Umweg zu fahren um zur Laguna Colorada und Verde zu kommen, und dass wir trotz aller Warnungen und Horrorgeschichten anderer Reisenden, es einfach versuchen den direkten Weg durchs Altiplano zu nehmen. Wieder ohne GPS, worüber alle lieben anderen Reisenden nur den Kopf schütteln. ;-)
Aber wie haben es denn die vor uns gemacht, als es noch kein GPS gab? Genau, sich Karten aus Papier besorgt.
Also zurück in Uyuni, nochmal in die Buchläden, seltsame, aber detailliertere Karten besorgt, die Frau vom Hostel hat uns noch die letzten Tipps gegeben, und mit einem abenteuer-entschlossenen Gefühl, haben wir uns das erste Mal seit knapp 4 Monaten ein Hostalzimmer genommen.
Mit riesiger – Monster Pizza auf der Bettdecke haben wir uns durch die 59 TV-Kanäle in den Schlaf gezappt. (wow, auch das erste Mal TV seit knapp 4 Monaten und so lecker Knoblauchpizza ;-) )

13.08 – 15.08.11 Uyuni – San Cristobal – Villa Alota – Villamar – Laguna Colorada – Laguna Verde – San Pedro de Atacama
Am nächsten Morgen haben wir ewig rumgetrödelt, hier noch ein Kaffee, dort noch Wasser auffüllen, duschen bei Eiseskälte (Dusche war sauheiß, aber blöd wenn einem beim Wasser ausdrehen, fast die Zehen an den Boden festfrieren…), nochmal Karten konsultieren, Tanken…aha Tanken, wir haben uns gedacht, na ja, wenn es in Sucre mit dem Kanister klappt, dann kann es hier ja evtl. auch klappen. In Uyuni gibt es zwei Tankstellen, eine Touri-Tanke und eine Einheimische-dürfen-nur-Tanken –Tanke.
Wir also zur einheimischen Tanke, außer Sichtweite parken, Kanister rüber tragen, auffüllen lassen, normalen Preis zahlen, wunderbar!!!
Gegen 12 Uhr mittags sind wir dann endlich los, aber vorher nochmal einen Stopp beim Lokomotiven-Friedhof, nochmal Touren-Jeep-Fahrer nach den Weg fragen, und die meinen, ach kein Problem, da drüben, die neue Straße, die müsst ihr nehmen … Ja wunderbar, die Straße war der Hammer, plattgewalzter Lehm, und wir konnten sogar bis Villa Alota, ca. 200 km mit 70 km/h rasen.


Friedhof der Züge

Erst ab Villa Alota, an der Abzweigung bei der malerischen Lagune und den Lamas (ein gespraytes Schild das Soniquera besagt) geht der 4×4 Weg los, gleich mal mit einer Flussdurchfahrt. Aber alles kein Problem… Viel Sand anfangs, ein paar Flussdurchfahrten, aber immer überall Touren-Jeeps, die einem gut den Weg andeuten wos lang geht.
Wir sind bis Villamar gekommen, haben eine Nacht in eisigkälte über 4000m verbracht, Steve ist inzwischen immer schon um 7 Uhr morgens auf den Beinen und so waren wir am zweiten Tag bereits um 11 Uhr bei der atemberaubenden Laguna Colorada (roter See), der diese Farbe hat, aufgrund von verschiedenen Algen und Mineralien, die Nahrungsgrundlage sind für die tausenden von Flamingos die die Lagune bevölkern. Was für ein genialer Platz zum Frühstücken.


Laguna Colorada

Echt flashig. Eigentlich wollten wir dort übernachten, da es aber noch ziemlich früh war, und der Wind uns um die Ohren pfiff, nachts soll es MINUS 20 Grad haben (ja, wir sind im tiefsten Winter dort …) beschlossen wir weiterzufahren. Wir wollten bis zu den Thermalquellen kommen, in der Hoffnung dass es dort wärmer würde über Nacht. Aber irgendwie haben wir die übersehen, und plötzlich standen wir schon vor dem Vulkan Licancabur (6000m) und der Laguna Verde, die leider nur an wenigen Punkten knallgrün war, denn ansonsten war es ein einziger Eissee. Also dort neben dem Schneehügel übernachten. Der Wind hat über Nacht unser Auto fast umgeblasen, so stark war der… Aber wir habens wieder OHNE Heizung bei etlichen Minusgraden ausgehalten (DANK AN ANNA UND HANNES für die exzellente Isolierung des Rojis, sowie für die Mammutschlafsäcke!!)


Schlafplatz an der Laguna Verde

Am nächsten Morgen wieder das übliche Problem: „wo geh ich aufs Klo?“, denn wir waren von Touren-Jeeps umzingelt, die sichtlich erschrocken waren, als die Tür des Rojis aufging … ;-)
Bei Orkanstärke noch einen Kanister Benzin nachgeschüttet und weiter zur abartigen Grenzstation aufm Berg… Ah, den Zoll haben wir uns an dieser Stelle gespart, da wir ja eh 120 Tage fürs Auto bekommen haben, und versuchen werden uns bei der erneuten Einreise nach Bolivien dann durchzumogeln…ja, wir sind verrückt… aber wir hatten keine Lust mehr einen Umweg auf über 5000m zu nehmen…
Die bolivianische Grenzstation füttert gerade einen Fuchs durch, der wohl bei den Schneemassen die noch vor nem Monat dort runtergingen, nix mehr zu Fressen fand. Aber unser Brot wollte er nicht… Ja, die blöden Vegetarier haben nie Knochen dabei für die Viechers… tsss…

Kaum waren wir über die Grenze kamen wir nach wenigen km auf eine super ausgebaute Teerstraße die erst mal von über 4000m auf 2700m runterführt. Wir sind in Chile.

Hier die Fotos:

In San Pedro de Atacama, fallen wir auf durch unseren Schmutz überall, wir sehen aus, als seien wir gerade wochenlang durch Schlamm gefahren… Die Migration war entsetzt, dass ich noch ein Visum für Chile besitze, aber seit 4 Monaten nicht mehr da war. (Für die Osterinselarbeit habe ich 1 Jahr Visum bekommen), der Zoll durchsucht das Auto nach Früchten, Gemüse, Tierischen Produkten, konfisziert 2 Tomaten, Knoblauch und ein Ei.
Danach der nächste Typ der extra-Einheit, die kontrolliert ob man auch ja nichts nach Chile einführt, konfisziert allen Käse.
Aber die Tasche mit dem ganzen Gemüse(inkl. unseren lebensnotwendigen 12 Knollen Knoblauch) bleibt unentdeckt… Juchee…
San Pedro ist erst mal ein Kulturschock für uns, alles voller kiffender Hippies… und natürlich alles voller Chilenen…denn, gestern war wohl Feiertag…upsss… Die Campingplätze sind überlaufen, trotzdem finden wir noch ein staubiges Plätzchen und heute mussten wir erst mal stundenlang Wäsche waschen…
Jetzt gehen wir dann noch ins Dorf um uns nochmal an der besten Eisdiele zu verköstigen und natürlich um den Blogeintrag online zu stellen.
Ansonsten können wir nur sagen, wir sind unheimlich stolz auf uns, dass wir die Strecke gemeistert haben und dass wir uns langsam echt an diese Art von Reisen gewöhnt haben. Schwer zu erklären, aber irgendwie sind wir jetzt „angekommen“. Alles routiniert. Alles wunderbar. Alles ausgezeichnet.
Es grüßen ganz lieb, Sarah, Steve und el Rojito.

BOLIVIEN TEIL II – Sucre – 19.07. – 07.08.11

Sucre ist eine wirklich relaxte, weiße Stadt und zu bestimmten Uhrzeiten hat man das Gefühl, dass sie nur von Schülern und Studenten bewohnt wird, die gerne in der Innenstadt flanieren, rumhängen, Pudding und Eis essen.
In unserer ersten Woche hier, waren, wie ja schon erwähnt, Petra und Orlando mit ihrem Dusty noch hier auf dem zu-Hause-fühl-Platz in der Innenstadt. Wir fanden es super nett mit den Zweien, und wir werden uns sicher noch einige Male über den Weg laufen.
Steve hat sich leider gegen einen Spanisch-Kurs entschieden „zu teuer“ und meinte ich könne ihm das doch auch beibringen. Öchöt… Jaaaaa…nun ja…ihr wisst schon. Es fanden bis jetzt genau 2 Unterrichtsstunden á la Sarah-Profe statt und Steve ist immerhin bis zu den Verben „ser“ und „estar“ gekommen… nochmal öchöt!!! Ich geb die Hoffnung ja noch nicht auf, dass er doch mal ein spanischlern-Buch zur Hand nimmt… irgendwann … irgendwo… Aber immerhin versteht er schon recht viel und schafft es sich selbst eine (oder mehrere) Dose(n) Bier am Eckladen zu kaufen.
Wir haben einen Ausflug zum Dino-Park gemacht, der sich auf dem Gelände einer Zementfabrik befindet. Dort wurden einige der besterhaltensten Dinosaurierspuren der Welt gefunden. Ich gehörte ja nicht zur Dinosaurierfangemeinde als ich klein war, Steve schon, aber diese Fußspuren fand ich doch ziemlich beeindruckend. Wir hatten einen kostenlosen Führer „Juan Carlos“, der sich sehr bemüht hat, uns eine super Tour auf Deutsch zu geben.. hihihih… bien interesante!! Momentan kämpfen sie darum auch durch die UNESCO anerkannt zu werden. :-)

Desweiteren waren wir noch auf einem wunderbaren „Wünschemarkt“, genannt Alasitas, auf dem es alles in Kleinformat gibt, z.B. Geldpakete, Häuser, Bierflaschen, Babys, Diplome, Auszeichnungen, etc., die vor Ort über kopfwehverursachendem Weihrauch mit Weihwasser und Beschwörungsformeln gesegnet wurden. Der Markt war riesig und die Stimmung ausgezeichnet. Sehr lustig auch die Scherzartikel, denn die Stinkbombe trägt den Namen „deutscher Pfurz“.

Ansonsten haben wir in der 1sten Woche hauptsächlich die Stadt genossen, uns den Kopf darüber zerbrochen was wir alles erledigen wollen/müssen hier und die Supermärkte und den Markt für uns entdeckt.

Kaum waren Petra und Orlando gefahren, hat uns eine üble Magen-Darm-Grippe mit Fieber und allem Pipapo niedergestreckt. Zum Glück hatten wir das Klo für uns alleine. ;-) Keine Ahnung woher wir das so plötzlich hatten, sind uns aber fast sicher, dass es irgendwas vom großen Obst und Gemüse Markt war. Ab sofort wird somit alles erstmal mit Chlor gewaschen, bevor es in unseren Mund gelangt. Ja, so haben wir also die Hälfte der 2ten Woche verbracht. Als wir uns besser fühlten, gings ans erledigen der Sachen, als allererstes haben wir unseren Besitz um einen Transformator 220 V – 110 V erweitert, denn ab spätestens Ecuador gibts nur noch 110 V und ohne läuft unser Kühlschrank nicht (hoffentlich „mit“ dann schon…)
Desweiteren hab ich mir auf dem Schwarzmarkt einen hübschen Hosenstoff gekauft und ihn zu meinem süßen kleinen Opi-Schneider gebracht, dass er mir eine Hose draus näht. Lustig ist an dem Opi, dass er so putzig, klein, alt, zerbrechlich rüberkommt hinter seiner Nähmaschine, aber das kleine Kämmerchen voll halbnackter Frauenbilder ist. Das ist hier nix besonderes, da die Biermarken wohl monatlich ein neues Poster rausbringen, und diese Poster befinden sich schlichtweg einfach überall!! Strange. Das passt irgendwie immer nicht in das Bild der langen Zöpfe, Trachten, und Melonen (der Hut, nicht die Frucht).
Es gab ein weiterer Alasitas – Markt, diesmal kleiner, und viel weiter oben, nämlich im Stadteil Recoleta, aber dennoch wieder einen Besuch mehr als wert. Vorallem die Erdbeer-Spieße mit Schokolade für 40 cent… yummmiiii…
Als wir gerade vom Markt kamen, hatten wir auch schon wieder neue Platzfreunde. Diesmal Alessandro und Celine aus Italien/franz. Schweiz und ihrem uralten VW-Bus. Und es war wieder super nette Gesellschaft zu haben. Dank Alessandro konnten wir auch unsere Heizung/Lüftung selbst reparieren, die wir jetzt dann dringend benötigen werden.

Die Family der der Platz hier gehört ist sehr unterschiedlich. Alberto ist fast jeden Tag hier auf dem Platz, da er Uni-Professor für Motoren ist und ständig Schüler hier hat, um mit ihnen an Motoren zu basteln. Miguel der Sohn kommt auch alle zwei Tage um sich um das WiFi zu kümmern. Nur Felicidad lässt sich hier nicht so oft blicken. Irgendwie haben wir das Gefühl sie hat ein Problem mit uns, das bisschen eisige Gefühl wich auch nicht, als ich anfing für sie ihren Garten hier täglich zu gießen (es ist super trocken hier, kein Regen, jeden Tag 20 Grad, full-Sunshine). Dafür ist Alberto umso mehr ein Herzchen, der hilft wo er nur kann.
Als wir ihn fragten ob er denn eine gute Toyota-Werkstatt wisse, denn unser Roji hatte bei unserer Ankunft ein paar Stotter-Probleme, war er sofort Feuer und Flamme und ist mit mir im Taxi losgezogen um eine gute zu finden. Und als wir eine hatten, haben wir den Mechaniker gleich eingepackt und mitgeschleift. Der meinte..“hmm, na ja,…vielleicht die Zündkerzen reinigen..hmmm“ Wir denken so: „na ja, schadet ja nicht, wissen ja nicht wann das letzte Mal jemand an den Zündkerzen was gemacht hat. Wir verabredeten uns für den nächsten Morgen um 8 Uhr in seiner Straßenwerkstatt, dachten wir sind gegen Mittag fertig um noch Benzin zu holen und die Windschutzscheibe perforieren zu lassen. Alberto fährt extra noch mit am morgen, um nochmal klar zu machen, dass wir auch sofort dran kommen. Alberto ist eine sehr geschätzte und bekannte Person hier in der Stadt. Überall grüßende Hände.
Der Mechaniker Gonzalo musste erstmal den Klokasten ausbauen um überhaupt an die Zündkerzen ranzukommen, fängt dann an eine Sache nach der anderen rauszuziehen, tatataaa, all dies sollte erneuert werden…Wir beide schauen uns an, überlegen…na ja… hält eigentlich bestimmt noch ein bisschen. ABER wie wir wissen ist Bolivien Toyotaland und zudem noch günstig, also warum nicht lieber alles neu, als irgendwann nen gerissenes Motorband zu haben.
Aber hier ist das natürlich nicht wie in ner deutschen Werkstatt, denn hier muss man alle Ersatzteile selbst zusammensuchen. Also Steve bleibt beim Auto und Sarah holt sich nen Taxifahrer, mit dem ich dann eine komplette Stunde durch die Stadt gurke, mich in ca. 27 Geschäften durchfrage, bis ich alle Teile zusammenhabe. Allein hätte ich das nie geschafft. Die ganze Werkstattgeschichte hat dann noch ein paar Stunden gedauert, und um 16 Uhr hatte der Roji neue Zündkerzen, zwei neue Motorbänder, ein neues Kugellager, neues Öl und einen Bremsencheck. Und wir hatten kein Bock mehr, denn wir konnten geschlagene 8 Stunden nicht pinkeln gehen… :-) Aber Roji hat jetzt hoffentlich nix mehr zu Stottern. Vielleicht wars auch einfach nur die Höhe. Umso länger wir unterwegs sind, umso mehr lernen wir die Einzelteile unseres Autos kennen. Haben Steve und ich noch anfangs ratlos in den Deckel geschaut, können wir heute schon zu ungefähr 90% erkennen was es sein soll. ;-) Ein neues Gefühl…

Ein paar Tage später kam noch eine französische Großfamilie mit ihrem Monster-Wohnmobil auf den Platz und welch Glück, Nicolas wusste wo es Gas gibt. Steve und er sind im Taxi losgezogen und habens doch wirklich geschafft an der Gasfabrik außerhalb der Stadt die Flaschen voll zu bekommen. Oh yeah!!! Jetzt nur noch hoffen, dass die Standheizung dann in Uyuni funktioniert. Immerhin hats da nachts noch -15 Grad…brrrtttttt
Während die zwei unterwegs waren, hab ich mich darum gekümmert mir neue Visitenkarten und Beglaubigungsstempel auf spanisch machen zu lassen. Langsam wie eine Schnecke fange ich an mich um Jobs für unterwegs zu kümmern. Vielleicht klappts ja bald mal. Jetzt wird auf jeden Fall alles und jede_r mit Sarah-Visitenkarten eingedeckt.
Hatten wir kurzzeitig noch Angst wir würden nicht alles hinbekommen hier in Sucre, können wir jetzt eine Bestandsaufnahme machen:
- Roji war beim Mechaniker
- Sarah hat eine neue Hose vom Schneider und ein paar Flip Flops
- unser Essensvorrat ist gefüllt
- Visitenkarten und Stempel in der Tasche
- Wir haben uns ein Verbindungsstück für die Luftdruckpistole machen lassen, damit wir die an den Kompressor bekommen (jetzt ist der Luftfilter richtig sauber)
- Gas ist gefüllt
- DVDs und eine neue Serie haben wir (trotzdem schmerzlich vermisst wird Staffel 1,4,5 von „How I met your mother“, lief wohl noch nicht hier)
- Steve hat ein Bolivien Trikot, ein T-Shirt und seine langgewünschten hässlichen aber bequemen Croqs
- Sarah hat neue spanische Bücher
- Sarah hat außerdem nicht widerstehen können eine Babyjacke mit passender Mütze aus Alpaka-Wolle zu kaufen… mensch weiß ja nie….
- wir haben Postkarten gekauft (aber nicht abgeschickt, ich finde mein Adressbuch nicht mehr)
- wir besitzen nun einen Rucksack (falls wir doch mal einen Berg besteigen wollen)
- alles, inkl. Matrazenbezug ist gewaschen
- Roji ist geputzt ----
etc. pp. wow! Alles erledigt soweit… :-)

Jetzt aber mal zum wichtigsten! Eigentlich hatten wir vor am Freitag zu fahren, wie auch die Franzosen und Alessandro und Celine. Am Donnerstag aber erfuhren wir, dass am Samstag, der 6. August Nationalfeiertag (der wichtigste!!) in Bolivien ist. Wir waren am Schwanken ob wir fahren sollten oder nicht, wir hatten Zweifel ob man dann irgendwo durchkommt. Ich kaufte mir eine Zeitung und stellte fest: oh ja, Evo Morales, der Präsident Boliviens, ist bei den Feierlichkeiten in Sucre zutage. Ab Donnerstag morgen wurde die Stadt geschmückt, die Bühnen aufgebaut, die Stimmung super angenehm.
Die Entscheidung ist gefallen: wir bleiben bis Sonntag!!! Wir werden uns doch nicht Evo entgehen lassen.
Am Freitagabend gab es einen Umzug des Militärs … mit, haltet euch fest, selbstgebastelten Laternen… Das war ein Bild!! „Ich gehe mit meiner Laterne und meine Laterne mit mir…. “ :-) Und das ganze bei uns ums Eck.

Am heutigen Samstag dann auf zur Plaza, wo man einer Live-Rede Evos aus der „Casa de la Libertad“ lauschen konnte. Wir haben noch nie eine so wohlklingende Rede gehört. Was für eine angenehme, ruhige Stimme. Fast wie bei einem Hörbuch. Beeindruckend. Wir standen also da, hörten zu und warteten darauf, dass Evo rauskommt. Er kam auch, verschwand sofort in einem weißen Auto und wir beide vollkommen enttäuscht. Grad als wir uns überlegten ob wir unseren Platz dirket vor der Casa de la Libertad aufgeben sollten, setzte sich der ganze Umzug, der sich bis zu uns „nach Hause“ staute, in Bewegung, und siehe da, Evo läuft auch auf der Straße, winkt und stellt sich auf den Balkon, direkt gegenüber von uns.

Ich muss sagen, dieses ganze Humpada und Humpadä und das Gesinge, die Menschen die mit der linken Faust in die Höhe gereckt vorbeilaufen, Evo winkt, hoch die Faust, all das hat mir ganz schön wackelige Händchen gegeben. Ich fands einfach irre!!! Selbst nach 5 Stunden Parade, erst die Minister, dann die Gewerkschafter, die letzten Überlebenden des Chaco – Kriegs (da verlor Bolivien sein Zugang zum Meer), die Unis, die verschiedenen sozialen Einrichtungen, die Schulen, die Militärs, die Polizeichöre…., waren wir immer noch begeistert.

Hier ein äußerst lustiges Video des Umzugs (Evo auf dem Balkon). Das zweite Lied dass die „Hüpfer“ hatten (leider nicht mehr auf Video) war von Pipi Langstrumpf der Seefahrer… :-)

Nach dem Umzug gings eigentlich nur noch um Essen, überall Essenstände. Dank Alessandro und Celine haben wir eine französische Törtchen-Boutique gefunden, die die abartigsten leckersten süchtigmachensten kleinen Teilchen verkauft… Mouse au chocolate Torte, Tiramisu, Crema de Maracuya, Erdbeertörtchen…arrgll.. Heute starteten sie einen Versuch Crêpe unters Volk zu bringen. Ein absoluter Erfolg würd ich sagen. ;-)
Unser letztes Mal Pizza, als krönender Abschluss einer wunderbaren Zeit in Sucre, der super entspannten Stadt, die einen nicht loslässt…
AUF ZU NEUEN ABENTEUERN!!!
Bis bald und ganz liebe Grüße

Hier die Fotos aus Sucre:

BOLIVIEN TEIL I

30.06. – 04.07.11 Aguas Calientes

Nach 3 erholsamen Tagen im Hostel Tamengo in Puerto Quijarro (an dieser Stelle ein Dankeschön an Christoph für den exzellenten Filmetausch :-) )wollten wir uns dann aber endlich auf den Weg machen und Bolivien kennenlernen. Doch zu allererst brauchten wir Geld, also ab zur Bank. Leider wollte der Automat nichts ausspucken, weder bei Sarahs noch bei meiner Karte. Hmmm, also nächste Bank probieren…gleiches Problem. Kein Geld! Nachdem wir dann alle 4 Banken in Puerto Quijaro durch hatten aber immer noch ohne Geld da standen wurden wir doch leicht nervös. Die einzige Option die uns nun blieb war wieder über die Grenze zurück nach Brasilien zu fahren und es dort zu versuchen. Sarah erklärte den Zöllnern auf Bolivianischer wie Brasilianischer Seite unsere Situation und so konnten wir ohne irgendwelche Ein/Ausreise Formalitäten nach Brasilien. Hätten wir nicht gedacht Brasilien so schnell wieder zu sehen. :) Hatten wir ja noch geschrieben: „Brasilien keine Frage wir kommen wieder“ Hahahah. Nun ja, dort bekamen wir dann unsere Reales die wir dann zurück in Bolivien mit Verlust in Bolivianos tauschen durften. Toll! Aber jetzt konnten wir uns auf den Weg zu den Jesuiten Missionen machen.
Wir waren anfangs sehr über den guten Zustand der Strasse überrascht, hört man doch oft das die Strassen in Bolivien teils katastrophal sind. Die Strasse hatten wir praktisch für uns und von Verkehr konnte keine Rede mehr sein. Uns kamen mehr Kühe als Autos entgegen. Angenehm bis fast einschläfernd!

Durch Zufall entdeckten wir dann am Strassenrand im Ort Aguas Calientes ein Schild mit der Aufschrift Camping. Welch Freude, hatten wir uns doch eigentlich schon auf eine Nacht irgendwo im Nichts eingestellt.
Dieser Camping war dann aber auch wirklich der Hammer. Er liegt direkt an einem Fluss mit Badewannenwarmen Wasser. Hier steigt bis zu 40°C heißes mit Schwefel angereichertes Thermalwasser an verschiedenen Stellen, in einem flachen und sandigen Flussbett, an die Oberfläche. Seine Heilwirkung für Rheuma und Hauterkrankung ist nachgewiesen. Das Ufer ist gesäumt von exotischer und und üppiger Vegetation. Wahnsinn, ein ganzer Fluss der sprudelt und nur so tief ist, dass man buchstäblich durch den Fluss waten kann. Wir machten es uns am Steg bequem, badeten Stunden und beobachteten die vielen Vögel. Es gefiel uns so gut das wir gleich 5 Tage blieben.

04.07. – 07.07. San José de Chiquitos

Nu ja, aber nach 5 Tagen Badewanne wirds auch mal langweilig und die Abenteuerlust gribbelte mal wieder… Also weiter in Richtung San José. Die Straße dorthin, wie bis jetzt alles in Bolivien mal wieder extrem abwechslungsreich. Und wir hatten unseren 1. Tankstopp. Aha, so funktioniert das also. Vor der Tankstelle erstmal beim Militär registrieren wieviel Liter man möchte, nen Papierzettel bekommen, wieder in die Schlange stellen und dann direkt aus dem Tanklaster reinstes flüssiges Gold aus Venezuela in Rojis Magen. Hatten wir anfangs noch Angst um die Qualität des Benzins, denn grad in Brasilien gabs grundsätzlich nur höchstens 85 Oktan, sehr zum Leidwesen unseres stöhnenden Untersatzes. Aber da hier das Benzin aus Venezuela kommt und auch subventioniert ist (es kostet grundsätzlich überall nur 3,74 Bolivianos = ca. 37 cent) glauben wir es ist reinerer Qualität. Ja ja, die gute Achse des Südens. :-) Das mit dem Militär das das Tanken überwacht hatten wir allerdings nur noch einmal, und zwar in San José. Ansonsten sieht man hier aber trotzdem kein Shell und dergleichen. Schon angenehm. Auch wenn wir natürlich schöne Raststätten wie in Argentinien vermissen ;-) Aber das ist ja nur nen rein egoistischer Gedanke.

In San José dann haben wir auch eine tolle Werkstatt für Roji gefunden, jetzt wissen wir endlich wo der Luftfilter ist!!!. Roji bekam eine 3 stündige Generalcheckung mit Ölwechsel etc. während wir mit den Jungs und den kleinen Hunden spielten. Als er uns dann am Schluss den Preis nannte, dachten wir wir hätten uns verhört. Für 3 Std. Arbeitszeit nur 4 Euro??? Oh weiha. Im Ganzen haben wir mit neuem Öl, Ölfilter, Luftfilter reinigen, Bremsen checken, Arbeitszeit und Trinkgeld letztenendes 20 Euro gezahlt. Impresionante!
Den restlichen Tag haben wir damit verbracht nach ner Gasfüllstation zu suchen, denn unser Gas ist alle (…und ist es einen Monat später auch immer noch so gut wie). No Gas!! Und das in nem Gasförderungsland. Na ja, es wurde wohl umgerüstet, inzwischen kann man nur noch Gasflaschen komplett kaufen, nix mehr mit füllen. Aber ist wohl inzwischen einfacher für die Bevölkerung…
Aber auch hier hatten wir Glück, denn wir fanden einen guten Platz im Hostel eines Franzosen, der selbst wohl schon den Kontinent bereist hat. Zum Glück hatte es sogar einen Pool, somit war Sarahs Geburtstag gerettet! Pool-Tag, wenn schon kein Beach-Tag! Auch wenn das Wasser eisigkalt war und uns alle Anwesenden für verrückt hielten, hatten wir am Ende des Tages einen dicken schönen Sonnenbrand. :-)
Mit uns war noch ein französisches Pärchen im Garten, die uns so viele gute Tips gaben, so dass wir auch diesen
Mundpropaganda-Platz hier in Sucre finden konnten.
Wir wollten die Jessuitenmissionen Route fahren, warum auch immer. Eigentlich sind wir ja nicht so begeistert von dem Schaffen derer. Aber auch die Franzosen meinten wir müssten die fahren, auch wenn nur um die Kirchen von außen zu sehen. Okay, na ja, warum auch nicht. Hatten ja eh nix anderes vor. :-)

07.07.11 – 11.07.11 Jesuiten Rundkurs

Nach 4 Tagen Pool, Franzosen und San Jose gings also weiter. Weiter zur Mautstation. Ja, in Bolivien muss man nämlich für alle Straßen Maut zahlen, und seien sie auch noch so kleine, holprige, schlaglochübersäte Feldwege. ABER, wir denken es ist gar nicht so dumm, denn mit dem Geld wird hier im Land fleißig geteert. Und das wird es wirklich!! Also die 7 Bolivianos geben wir gerne. Aber jetzt ist erstmal super Wellblechpiste mit Schlaglöchern angesagt. Inklusive einem „Tramper“ der uns an der Mautstation aufs Auge gedrückt wurde. Mpff… aber Sandro war noch ganz lustig und hat gerne viel geredet. Allerdings war er sehr schockiert darüber, dass wir für das Reh, das über die Straße rannte, bremsten. Wir hätten es doch überfahren sollen, das würde so gut schmecken. Ja, hier sieht man viele Leute auf dem Land mit dem Gewehr geschultert langstacksen.
50 km weiter waren wir ihn wieder los. Um dann ein paar km weiter wieder einen aufs Auge gedrückt zu bekommen. Einen Hauptkommisar. Na Super!! Der war leider nicht so gesprächig und wohl auch nicht so angetan davon, dass wir auf der holper-di-polter Straße nur mit höchstens 40 vorran kamen. Immerhin musste er 90 km weiter. Er schien froh aus dem auto wieder draußen zu sein…. ;-) Normalerweise rasen die Jeeps halt auch diese Straßen mit 80 runter. Sehr genial wenn einem dabei die Steine nur so um die Ohren fliegen, bzw. unserem Roji auf die Windschutzscheibe. Zwei Löcher hat diese jetzt schon zu verzeichnen… Grummel….
Also, unser erster Kirchen- Stopp in San Ignacio. Na ja, Kirche halt. Nen kleiner See und die Ortschaft, na ja, Plaza halt. Wir waren nicht soooo begeistert. Vielleicht lag das auch daran, dass wir in der viel gelobten Casa Suiza (Schweizer Haus) unterkamen und wir uns gefühlt haben wie in ner falschen Welt. Ich wie bei Oma am Kaffeetisch. Leider keine Privatsphäre und halt wie … keine Ahnung. Uns hats nicht so gut gefallen. Warum auch immer. Das konnte dann auch der viel gelobte selbstgemachte Joghurt am nächsten Morgen nicht wett machen. Wir fuhren weiter.
Wieder ein paar Kirchen, ein paar Plazas, Wellblech-Staubstraße… unterbrochen durch Esseneinkauf und immer auf der Suche nach ner Gasfüllstation…. bis zum Camping Las Piedras, der eigentlich ziemlich hübsch ist. Aber es gibt leider nicht sooo viel zu tun, bzw. wandern wird durch Zäune jäh unterbrochen. Und Rotzgören die nicht so süß waren, wie wir anfangs dachten. Lästermäuler. :D („Ich sag meiner Mama, dass du Wäsche wäscht, dann musst du mehr bezahlen…blalblala“) Aber dennoch blieben wir übers Wochenende, weil wir 1. Roji vom Staub befreien mussten, der durch alle Ritzen überall gedrungen ist, und 2. war Wochenende und wir fahren generell nicht gerne am Wochenende. Vorallem weil wir aufgrund der Suche nach Gas in den Großstadtdschungel mussten. (wir wussten noch nix von der nicht-existierenden-Füllanlage) und weil wir hörten, dass wir dort unsere uruguayanischen Pesos tauschen könnten im Casa de Cambio Alemán.

Also Montag dann nach Santa Cruz, auf demWeg dahin lauter Mennoniten gesichtet… Mensch, die sehen wirklich immer gleich aus. Stählern wie ein Adonis, mit grundsätzlich blauer Latzhose, Holzfällerhemd und irgendwas aufm Kopf. Männer meist Capi (auch in blau) oder Strohhut und die Frauen immer nen Tuch oder Haube, dazu ein adrettes Kleidchen. „Da, da, Meeeennooonittenn..hast du sie fotografiert, hast du sie??“
In Santa Cruz, Schlafplatz finden… nix da…alles aus den gesammelten Stellplatzlisten nicht mehr existent. Der Versuch auf nem 24 std. bewachten Parkplatz zu nächtigen scheiterte tränenvoll. Es wurde mal wieder dunkel und wir immer noch am rumgurken. Aber Glück im Unglück, grad als wir beschlossen hatten einfach ne Nachtfahrt raus aufs Land zu machen, tauchte doch noch ne Ferienanlage auf, die einen horenden Preis für nen Parkplatz verlangte. Aber egal, ne sichere Nacht noch fast in der Stadt drin, um am nächsten morgen wieder stundenlang von Gasstation zu Gasstation zu fahren, Großeinkauf, Geldtauschen (die Säcke haben uns nur die Hälfte von dem gegeben, was wir eigentlich bekommen hätten sollen, aber mei, selbst schuld wenn man noch soviel uruguayanisches Geld übrig hat), Aufkleber fürs Auto besorgt, mal wieder ne Plaza, ne Kirche und dann waren wir auch schon auf dem Weg nach Saimapata in die Berge.

Hier die Fotos:

12.07. – 16.07.11 Samaipata

Wow, der Weg dorthin war schon wunderschön!!! Berge haben schon was, obwohl ich persönlich ja nicht so der Bergfan bin, hier könnte ich es glatt werden. Nice. Die Straße auch schön geteert. Bergrauf, bergrunter. Ankunft in Samaipata, schönes Dörfchen, mit schöner Plaza. :-) Die Plazas sind eh immer die Prunkstücke eines jeden Dorfes.
Sind dann zum gelobten Bio-Kräuter-Bauern-Holland-Pärchen-Camping La Víspera. Zwar bisschen teuer, dafür auch ein wirklich ein schicker Platz, und MIT KÜCHE, sehr schön, da Sarah und Steve immer noch kein Gas! Hier kamen dann nach und nach weitere Reisende an. Eine Bolivianerin aus La Paz ist seit nem Monat dort mitm Zelt, und die hat mich schon beeindruckt. Wahrscheinlich die einzige vielreisende Hippifrau aus Bolivien. :-) Desweiteren waren noch Alfred und Marion mit ihrem VW-Bus dort. Das war ganz nett, man konnte wieder Infos tauschen, auch Dank Marion und Alfred haben wir jetzt 1 kg Notgas und einen Notfall-Benzinkocher. :-) Gemeinsam sind wir zur Pre-inka-Festung „El Fuerte“ gefahren, und zurück gelaufen. Steve und ich natürlich die Null-Bergsteiger haben ganz schön gehechelt nach dem 8 km „gemütlicher Spaziergang“. Schee wars aber auf alle Fälle!!!!! Nochmal Dank an Marion und Alfred.
Insgesamt war Samaipata ein netter Platz. Aber natürlich wollten wir endlich auf die „Ruta del Che“

Hier die Fotos:

15.07. – 19.07.11 „La Ruta del Che“

Die Ruta del Che klappert die letzten Stationen Ches Aufenthalts in Bolivien ab bis zu seinem Tod. Mit seinem Tod fingen wir an. In Vallegrande gibt es ein muffiges Museum, das vorallem interessant ist, weil es Bilder zeigt, die man sonst nicht kennt. Wir fanden die teilweise ganz schön krass.
Man kann auch die „Lavanderia“ besuchen, den Ort, an dem das berühmte Bild mit Ches Leichnam entstand. Aber irgendwie fanden wirs so schon zu makaber und die Stimmung war bedrückend genug, dass wir diesen Platz nicht besuchten. Man kann auch noch das Grab von „Tania“ Tamara Bunke besuchen, aber nur mit Führer, also entschieden wir uns doch lieber gleich hoch in die „Sierra“ zu fahren.
Es ging die Berge hoch, auf Schotterpiste, immer höher und höher. Manchmal fragten wir uns ob wir richtig seien. Denn die „Straße“ war teils auch recht eng. Steve hat am Steuer geschwitzt. Aber nicht vor Hitze, denn wir näherten uns den Wolken sowie teilweise dem Abgrung ziemlich schnell. Die Landschaft war absolut unbeschreiblich atemberaubend. Kein Foto kann diese Bergszenen einfangen. Wir sind also zu Bergfans geworden. ;-) Die Ruta del Che hat sich auf jeden Fall auf Platz 1 der schönsten Strecke der Tour katapultiert. Pünktlich zu Sonnenuntergang haben wir dann auch noch wirklich einen Platz hinter den Büschen zum Schlafen gefunden. Als wir morgens aufwachten, steckten wir inmitten einer dunklen Wolke. Richtig drin. Total lustig, wenn man IN einer Wolke steht. Weiter ging die Fahrt dieses Mal bergab. Die Nacht haben wir wohl auf ca. 3200 m verbracht (Höher als die Zugspitze) und ich hab die Höhe schon gemerkt, Steve hatte nicht so Probleme damit.
Bergab wars auch der Hammer, denn wir konnten aus unserer Wolke heraus auf eine sonnenbeschienene Gebirgslandschaft schauen. Atemberaubend!!! Innerhalb ner Stunde waren wir dann auch in La Higuera angekommen. Kurz vor La Higuera ist das letzte Lager der Guerrilleros gewesen, und in der Schule des 80 Seelen Dörfchens wurden die Guerrilleros damals eingesperrt und tagsdrauf exekutiert. Jetzt ist das Dorf allerdings ein reines Freilichtmuseum. Schon wahnsinn. Wir hatten wieder Glück, denn linke Franzosen nehmen die Hälfte des Dorfes ein. Da gibts sogar Punker und linke Sprühereien am Wegesrand. Die Posada del Telegrafista ist ein bezaubernder Ort und wir kamen uns gleich vor wie in nem besetzten Steinhäuschen in der Bretagne (so stellen wirs uns auf jeden Fall vor). Es gibt auch noch eine linke Bar von Franzosen, die T-Shirts verkaufen. :-) Der Ort selbst hat sonst nicht viel, außer Che-Statuen noch und nöcher, ein neues Schulgebäude das die Handschrift des Solidaritätsprojektes (ALBA) zwischen Venezuela, Bolivien und Cuba trägt, sowie natürlich das alte Schulhaus das jetzt ein Museum ist und hauptsächlich alte Menschen.
Von einer Frau wurden wir dann auch gleich abgefangen und sie hat uns die Geschichte erzählt, wie sie es erlebt hat.
Man muss sich das mal vorstellen, La Higuera ist ein winziges Dörfchen mitten in den Bergen und da steht dann ne alte Frau vor dir, die dir erzählt sie hat Che damals in Gefangenschaft Essen gebracht (Erdnusssuppe). Leider waren wir viel zu perplex um viele Fragen zu stellen und haben uns damit begnügt zuzuhören und ihr dann ein altes Foto abzukaufen, von dem wir nicht wissen wen oder was es darstellen soll. ;-)
Die ganze Initative mit der Ruta del Che kommt von den Indigenas, die sich dadurch ein Zubrot verdienen. Wir haben da ein Interview gelesen, darin stand: „Na ja, erst hatten wir uns natürlich gedacht, es ist nicht so toll mit dem Tod der Guerrilleros und Ches Geld zu verdienen. Aber auf der anderen Seite haben sie ja für die indigene Bevölkerung gekämpft, deshalb würde der Che jetzt wahrscheinlich nichts dagegen haben, wenn wir uns damit den Lebensunterhalt verdienen.“ Finden wir auch.
Leider gab es nicht soooo viel zu tun in La Higuera, so dass wir nur ne Nacht dort blieben und uns am nächsten Morgen auf den Weg nach Sucre machten. Die Franzosen des Ortes gaben uns noch viele Tips und schenkten uns einen grossen Che Aufkleber welcher nun auf Rojis Heck seinen Platz gefunden hat. Außerdem schwärmten sie von der Straße da runter. Immerhin gings jetzt von 2500 m wieder auf 900 runter, und wieder auf 300o m hoch.
Dem war dann auch so. Eine atemberaubende Landschaft. Nach unten änderte sich die Vegetation und plötzlich waren wir in nem Kaktuswald an einem tiefblauen Fluss. Wir zählen jetzt unsere ganze Fahrt nach Sucre zur Ruta del Che, obwohl diese eigentlich in La Higuera zu Ende ist. Aber da die Strecke so wunderschön ist, gehört das für uns jetzt dazu.
Wir fuhren den ganzen lieben langen Tag durch wechselnde Klima- und Vegetationszonen. Eins schöner als das andere. Ich wollte ja eigentlich am Fluss bleiben und erst am nächsten Tag weiterfahren, aber Steve wollte schneller nach Sucre. Ja ja, das Bauchgefühl, wir fanden leider keinen geeigneten Schlafplatz, sind also bis kurz vor Mitternacht im Dunkeln die Berge rauf und runter auf Schotter, bis wir irgendwann halt am Straßenrand hielten. Aber auch alles okay. Trotzdem nicht unsere liebste Option. Aber sonst hätten wir nicht die darauffolgende Geschichte erlebt:

Hier die Fotos:

Blockaden auf dem Weg nach Sucre, der bezaubernden Stadt.

Inzwischen sahen unsere Lungen wohl so aus wie unser Auto von innen und außen, nämlich mit einer zentimeterdicken Staubschicht überzogen. Wir selbst hatten schon 4 Tage nicht geduscht und wir freuten uns auf Sucre. Oh yeah.
Also früher Aufbruch. Ich sag noch so zu Steve: „spätestens um halb 12 sind wir in Sucre“. Ha! Pustekuchen. Hatten wir nicht mit der unklugen Bauarbeitungstaktik gerechnet. Um 9 Uhr kamen wir an eine, mit einem Seil abgesperrte Straße vor der schon ein LKW voller Leute wartete. Wir denken gleich wieder: „ah, Maut“. Sarah steigt aus, geht zu dem Mann, frägt wie viel, alle lachen. Hahahah. Ne ne, hier ist gesperrt wegen Teerarbeiten. Bis 18:30 Uhr kein Durchkommen. Ähhh…mhmm. Na gut, einzige Straße nach Sucre gesperrt, andere Leute warten ja auch schon. Na dann wirds zur Mittagspause bestimmt wieder geöffnet. Es kamen immer mehr LKWs und Autos. Wir lasen unsere Bücher, schliefen, frühstückten Bonbons (gab sonst nix mehr, da unser Kühlschrank ja während der Fahrt nicht funktioniert und wir zu diesem Zeitpunkt schon alles wegschmeißen konnten) und warteten während die Baustellenfahrzeuge mit 60 Sachen rein und rausbretterten. Gegen 13 Uhr begannen die wartenden Leute dann doch langsam unruhig zu werden, zwar kamen schon Bäuerinnen aus den umligenden Dörfern um Mittagessen zu verkaufen, doch warten ist halt lästig. Also wurde erst versucht die Ingenieursautos aufzuhalten, als das nix brachte, meinten die Leute: „auf gehts, wir blockieren jetzt die Baufahrzeuge, wenn wir nicht durchkommen, dann kommen die auch nicht durch. Die verlieren dadurch viel mehr als wir. Wir werden ja sehen ob die Straße wirklich nicht befahrbar ist“ Alle kamen herbei und schleppten Steine. Steve natürlich den dicksten und schwersten. „oh yeah riots“, so schnell ist Steve selten aus dem Bett aufgesprungen. ;-) Und dadurch wurden wir in den Kreis der Blockierer herzlich aufgenommen und alle waren begeistert, dass wir mitmachten. :-D
Die Ingenieure kamen, es kam zu einem Wortgefecht, doch sie zeigten sich bereit zwei Leute mitzunehmen, um zu schauen ob es wirklich kein Durchkommen gibt. Und siehe da, ne halbe Stunde später waren sie wieder da und alle Autos wurden in einer Karawane durch die km-lange Baustelle geführt.
Das hat uns schon wirklich imponiert. Zum einen fanden wirs ziemlich beeindruckend, dass die Leute nicht auf den einzig Verfügbaren losgingen, nämlich der arme Hanswurscht, der die Schranke unten hielt, sondern nur direkt auf die „Oberen“ abzielten. Wäre das in D-Land gewesen, hätten die Leute wie die wahnsinnigen auf den armen Hanswurscht eingebrüllt.
Zum anderen, dass die Leute sich einfach geschlossen hinstellen und blockieren wenn se mit was nicht zufrieden sind.
Natürlich kann das bestimmt auch ziemlich nervenaufreibend sein und geht wohl auch nicht immer so glimpflich zu, wie man jetzt hier an mehreren Stellen in Bolivien grad hatte (oder noch hat). Wohl war die Straße von Potosí nach Uyuni komplett zu über viele Tage und auch am Titikakasee ist die Grenze nach Peru dicht gewesen (oder ist immer noch, man bekommt leider auch durch die einheimischen Nachrichten und Internet nicht sooo viel mit).
Jedenfalls waren wir ein Teil der Kolonne und immer wenn wir jemanden überholten von unseren Blockierern oder sie uns, wurde kräftig gehupt und gewunken und gelacht was das Zeug hält. :-)

Wir kamen Nachmittags in Sucre an und nach längerem hin und her machte uns dann auch kurz vor Dunkelheit die Familie auf, die den Mundpropaganda-Platz mitten im Zentrum hat. Das Tor geht auf, und was sehen wir, das schweizer Pärchen, von denen wir schon des öfteren hier in Bolivien gehört hatten, denn unser Roji wird des öfteren mit ihrem Dusty verwechselt und soviele „jüngere“ Reisende gibt es auch nicht :-) Das war lustig, hatten wir ihnen doch noch in Santa Cruz geschrieben, dass es ja mal nett wäre sie kennenzulernen und sie uns kurze Zeit vor unserer Ankunft hier auch geschrieben haben. Anbei ein Gruss an Orlando und Petra. Der Rum war Klasse, und genial auch, dass ihr vergessen habt den Schlüssel hier zu lassen. Könnt euch ja Felicidads Gesicht vorstellen. Die war sauer…LOL

Hier die Fotos:

Aber Sucre ist eine andere Geschichte, die wir erst dann erzählen, wenn wir der weißen Stadt wieder den Rücken kehren, wonach es im moment nicht so schnell aussieht. :-)
Wir hoffen euch hats gefallen und schicken euch ganz viel Sonneschein, damit pünktlich zum August der Sommer wieder Einzug erhält und wir in die Minusgrade fahren.
Ganz liebe Grüße !!!!!

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