Argentinien : 28.4. – 01.06.11

Argentinien IV:
Nun, here we are, letzter Abend auf argentinischen Boden… Bei euch ist es gerade 2:20 Uhr nachts und bei uns demnach 5 Std. früher, 14 Grad, und wir sitzen im dunkeln am Pool unseres bislang absolut teuersten Campingplatz…Aber eigentlich hatten wir auch nichts anderes erwartet von Puerto Iguazú, zählen doch die Wasserfällen zu den bekanntesten der Welt…

Aber der Reihe nach… :-) (Sollte es euch zu viel Text werden, könnt ihr gerne auch zwischendurch hin und wieder in den neuesten Fotostream (siehe unten) schauen, da gibts die Bilder zum Erlebten…)

Von unserem absoluten Lieblingsplatz am Strand des Paranás ging es dann zum Dörfchen San Ignacio, das schon in der Region Missiones liegt, von der uns die argentinischen Hippis die wir beim Trampen mitgenommen hatten, so vorgeschwärmt hatten. Und wirklich, das ist das besondere an Argentinien, die Landschaft (und auch das Wetter) kann sich innerhalb weniger Km rapide ändern… So fuhren wir also von Sumpfland, riesigen Estancias mit Rinderherden, Störchen, Gauchos etc. hinein in das Grün und vorallem Rot, denn die Erde ist hier ausnahmslos ROT… Welch Freude für unseren Rojito… ;-) Sowieso, diese Farbe Rot begegnet man untentwegt am Straßenrand…Anfangs hatten wir uns noch über die vielen roten Fahnen und Schreine am Wegesrand gewundert… Aber nein, wir wurden eines besseren belehrt, es sind nicht alle Argentinier ausnahmslose Kommunisten, vielmehr ist es die Farbe des „Gauchito Gil“ den die meisten um Wunder bitten… Auch wir hätten gerne einen Gauchito Gil für unser Auto gehabt, doch es gab ihn nirgens, und am Wegrand klauen wollten wir ihn ja auch nicht, weil sonst hätte er uns vielleicht kein Glück gebracht….
Nun ja, in San Ignacio kamen wir uns vor wie in einer komplett anderen Welt, bzw. wie in einem Vorort zum brasilianischen Amazonas…
Erde rot, Dschungel grün und auch viele Guaraní-Einwohner… San Ignacio wäre wohl nicht besonders bekannt, gäbe es nicht diese besonders gut erhaltene Jesuitenruinen.. Nicht das wir dafür was übrig hätten, aber anschauen mussten wir sie uns natürlich trotzdem, denn es ist ja auch ein Stück Geschichte, auch wenn wir uns lebhaft vor Ort vorstellen konnten, dass damals wohl nicht alles Friede Freude Eierkuchen war, wie es einem die Reiseführer gerne verkaufen wollen. Nichts desto trotz war es ganz nett, und wir haben uns hauptsächlich auf Schmetterlingsjagd im dicken Grün begeben… :-)
Ab San Ignacio zogen auch die Preise an, und wir fanden dort schon die Nächte auf dem Hostelparkplatz extremst übertrieben, obwohl jetzt gesehen, sie nochmal um die Hälfte günstiger waren als hier…*öchöt*

Wir verspürten Lust auf mehr Dschungel, richtigen Dschungel und beschlossen uns auf den Weg zu den, Achtung!!!, mit 3 km Länge, breitesten Wasserfällen der Erde zu machen, den Saltos Moconá... In unseren Reisführern, online wie auch printed, steht was von extrem schlechte Straße, kein Tourismus etc.
Aber, oh wunder, es wurde wohl letztes Jahr die Straße geteert, und wir waren extremst froh darum, denn sonst hätten wirs da nicht rauf und runter und rauf und runter geschafft.. Schon so hat der Roji ziemlich gekeucht bei den Steigungen… Der Dschungel war beeindruckend, es gab ein wirkliches MEER an SCHMETTERLINGEN… Es war richtig echter, unzertrampelter Dschungel (haben wir davor auch noch nie gesehen) und wildcampen, da Nationalpark, ist leider seit letztem Jahr auch nicht mehr erlaubt.. (diese Straße und die Stege die á la Iguazu jetzt über den Wasserfall gebaut werden, verschlingt halt doch einiges an Geld).. somit wurden wir zum „Refugio“ gelotst, einer echt netten Hütte der Wildhüter, und wir wären auch gerne länger geblieben, wenn es nicht sooooo teuer gewesen wäre, und wir vorher bei der Bank gewesen wären.. Aber wer hätte ahnen können, dass man im Dschungel Geld braucht….
Trotzdem sind wir bissi Dschungelwandern gewesen, haben Wasserfälle gesehen und Wildnis erlebt…

Weiter gings „in Richtung oben“, zur empfohlenen, wenig befahrenen Kurve der Ruta 101… auf dem Weg dahin wurde es allerdings irgendwann dunkel, und wie immer wollten wir unserer Regel nicht bei Dunkelheit zu fahren, weil das nämlich noch um einiges psychoer ist mit den Lastwagen und den abartigen Überholmanövern der verrückten Argentinier, treu bleiben und sind einen ausgeschilderten Camping in den Wald, an zig Mate-Feldern gefolgt… Aber nix, Pustekuchen, ist nicht Saison, vieles hat einfach nicht mehr offen um diese Jahreszeit…So wollten wir uns einfach auf ne Wiese stellen, aber da ringsrum ziemlich ärmliche Hütten waren, fanden wirs komisch und beschlossen weiter zu fahren ..immer weiter und weiter bis wir in San Pedro an eine YPF-Tanke kamen.. Unsere erste Tankstellenübernachtung…Am Abend schliefen wir ein mit Menschenschlangen am Heiß-Wasserautomat für Mate (wie wir die inzwischen schätzen!!!) und am nächsten Morgen erwachten wir von Blechschlangen um uns rum, es gab kein Benzin mehr!!! Tja, ganz toll, weil auch wir vorhatten zu tanken…ahhahaha…..Nachfrage, ja, keine Ahnung, es gibt kein Benzin, die andere Tanke hat auch keins… In ca. 12o km gibts die nächste…. Wie gut dass wir noch einen Reservekanister hatten :-) Jetzt wissen wir A: dass unser Einfüllrüssel nicht dicht ist, und B: dass man mit 20 L Ersatztank doch noch ein gutes Stückchen schafft….In San Pedro hatten die Leute Mützen auf und Handschuhe an, ca. 60 km weiter wars wieder tropisch warm mit 27 Grad und stahlblauem Himmel…

Die Fahrt über die 101 war ungeteert und führte durch den Nationalpark Iguazú und wird wohl nur für Expeditionstouren benutzt… Wir kamen uns auf jeden Fall vor wie die letzten Entdecker, und diese Straße hat sich erstmal auf Platz 1 der bislang schönsten Strecken katapultiert….Sogar ein Stachelschwein ist neben unserem Auto her gehopst…
Leider wurde es auch dort wieder dunkel, und wir hatten schon Angst nicht mehr rauszukommen, denn auch 60 km sind lang bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 30 km/h, als wir endlich Licht sahen……. von einer Polizeistation…. mal wieder…Dieses Mal haben sie uns aber wieder angehalten…und wollten unser Auto auch von innen sehen…. Sarahs Lieblingstaktik: BLLABLALBLALBLABLL…. soviel vollquatschen und ausquetschen bis sie nicht mal mehr die Papiere sehen wollen…Klappt normalerweise auch immer ganz gut, sogar bei dem eher ziemlich rüpelhaften Polizisten bei San Ignacio, der sich wohl offensichtlich darüber echauffiert hat, dass er mit einer Frau reden muss, und es nicht gepackt hat, dass Steve kein Spanisch spricht… Das ist meistens bissi unangenehm, weil auch wenn ich rede, schauen die Männer grundsätzlich nur Steve an…der inzwischen wenigstens ein paar Brocken versteht ;-)

Und dann waren wir auch schon da: in Puerto Iguazú... hier wollten wir mal gar nicht schon am Freitag ankommen, da klar war: Wasserfälle erst Montag pünktlich zu Steves Geburtstag und auch klar war: Campingplatz teuer….So war es auch dann…. Aber wurscht….
Samstag dann hab ich Steve in ne Kneipe zu einem Crustpunker aus dem Baskenland und nem Metaler aus Frankreich gesetzt zum Championsliguefinale schauen, das war ein Bild für Götter, die 3 in der Kneipe… während ich Geburtstagsgeschenk suchen war…. gar nicht so leicht einen Geburtstag nett zu machen wenn man 24 Std. am Tag beisammen ist….

Aber, der Geburtstag war dann ziemlich der Hammer, denn die Wasserfälle übertrafen alle Erwartungen!!!! Ist schon echt ein extremes Naturschauspiel und sooooooooviel Wasser….So krass haben wirs uns echt nicht vorgestellt..Und obwohl natürlich auch einiges an Touris unterwegs war, (und der Eintritt im April krass erhöht wurde) haben wir es gemanaged doch auch öfter alleine auf Wegen zu sein (vorallem zur Mittagszeit, denn in Argentinien ist grundsätzlich alles wie leergefegt zu Mittag, da essen während dem Laufen für die argentinische Bevölkerung nicht in Frage kommt….Zum Essen wird sich hingesetzt ;-) Schon auch symphatisch… und würden sie nicht wie die gejagden autofahren, würden sie einen recht relaxten Eindruck hinterlassen, so immer mit ihrer Thermoskanne untern Arm geklemmt und den Matebecher fest umklammert, selbst beim einkaufen….).

Wir sind an dem Tag ungefähr 15 km herumgewandert, auf den letzten 3 konnten wir schon fast nicht mehr weil uns die Füße weh taten, und bis auf ein Faultier (wie wir dann lernten, gibt es die dort nicht) haben wir so gut wie alles gesehen an Tieren was wir wollten: nochmal neue Schmetterlinge, Affen (dieses Mal keine Brüllaffen, sondern so putzige), Nasenbären (die sind irgendwie nicht süß, da sie alles andere Leben verdrängen, da sie alles Fressen und in rauen Mengen), ein Wasserschwein, irgendwas extrem schnelles Schwarzes etc. Kurzzeitig waren wir enttäuscht, dass wir keinen Tucan gesehen haben, kein Wunder sind ja auch extrem scheu, aber grad als wir uns auf dem Weg zu unserem Auto machten, ist genau über unserem Kopf einer im Tiefflug an uns vorbeigeflappt….wow….welch majestätische Erscheinung… ;-)

Abends beschlossen wir dann uns einen billigeren Camping zu suchen, aber leider war der andere verfügbare so abgefuckt, dass wir beschlossen wieder zurück zum Americano zu fahren, wo wir übrigens auch unsere ersten anderen Camperreisenden getroffen haben und insgesammt 5 Tage waren….
Eigentlich wollten wir heute mit dem Bus nach Ciudad del Este (Paraguay) das das Schmuggler-Super-Billig-Shopping-Paradies sein soll und auch ziemlich dreckig, laut und auch gefährlich… Und irgendwie hatten wir da heute keinen Bock drauf, weil wir ja morgen eh da über die Grenze müssen…. :S
Vor dieser Grenze haben wir ziemlich Schiss dieses Mal, soll der Verkehr doch die Hölle sein, die Grenzbeamten nicht erpicht darauf Stempel zu verteilen und außerdem muss man, da Dreiländerdreieck, erstamal durch Brasilien, oder vorbei??? oh nein…. die Freundschaftsbrücke über die wir müssen umfasst auf jeden Fall Argentinien, Brasilien und Paraguay… und irgendwie müssen wir unser Auto und uns selbst durch Zoll und Migration bringen…. und das bei einem Verkehr, bei dem man anscheinend für 5 km ca. 5 Std. braucht… Wir sind gespannt!!!

Ach ja, zu erwähnen wäre auch noch, dass wir vorhin Krisensitzung abhielten um uns mal bewusst zu machen, dass wir NICHT im Urlaub sind, sondern auf Reise und demnach unseren Lebenswandel umstellen müssen… Der Plan ab sofort heißt: Paraguay genießen in Nationalparks (Camping meist kostenfrei) und ab Brasilien dann mal nen Gang runterschalten, langsamer reisen und vorallem auch mit dem WWOOFEN und dem HOSPITALITY/COUCHSURFING anzufangen, denn sonst habt ihr uns spätestens Herbst schon wieder an der Backe…. Sinn ist ja das Erleben und nicht das von Attraktion zu Attraktion zu rasen….

So, ich könnte noch ewig weiter schreiben, aber ich will euch ja nicht langweilen und außerdem ist mein Mate leer und Steve ruft schon zur Nachtruhe…
Seid ganz lieb gegrüßt, und wie gesagt, hoffentlich bis bald, sollten wir in Paraguay einen Internetzugang finden ;-)
Und ganz spezielle Grüße an Oma Lydia!!

Hier die Fotos:

Argentinien III
sodalla, wieder mal eine grausige Tanke…. unsere Internetoption….diesmal leider mit bettelnden Kindern :-(

Wir haben per Zufall vor knapp einer Woche, nach der kostenlosen Führung durch das kranke Wasserkraftwerkprojekt Yacyretá (der Stausee ist 3mal so groß wie der Bodensee, und hat einiges an Land, Städten und Urwald verschlungen), einen atemberaubenden Camping gefunden, mit einem km-langen einsamen Sandstrand am Paraná, millionen von tropischen Schmetterlingen, Kolibris, Eulen, und sogar einem Fuchs der sich abends sehr nah an uns ran gewagt hat und sind dort gleich mal geblieben… heute gehts eigentlich weiter zu den Ruinen der Jesuitenstadt San Ignacio, aber ein kurzes Hallo wollten wir doch da lassen nachdem hier grad mal ne YPF Tanke ist, UND vor allem endlich mal den neuesten Fotostream online setzen ;-)

Jetzt sind es noch knapp 300 km bis nach Iguazu, doch werden wir uns nicht auf direktem Wege dort hin begeben, sondern erstmal noch auf den Weg zu anderen Wasserfällen machen, die nicht bekannt sind, und dennoch zu den längsten der Erde gehören….
Geplant ist dann am Montag Steve´s 30igsten bei den Iguazu-Wasserfällen zu feiern :-) (Mal schauen ob ich nen Kuchen mit dem Mini-Backofen hinbekomm).
Wies danach weitergeht, schauen wir mal, wahrscheinlich nach Paraguay, da wir natürlich immer noch aufs doofe Geld schauen müssen… und Brasilien nicht gerade das günstigste Land ist, und vorallem, das kann man sich vorher gar nicht vorstellen, was das für abartige Entfernungen sind….Brasilien kommt danach, wenn wir uns mit Essensvorrat in Paraguay eingedeckt haben um das Pantanal zu durchqueeren.

Ansonsten klappt auch alles ganz gut bisher. Das Autofahren verläuft bisher reibungslos auch wenn einem schon manchmal Bange wird wenn einen so ein 20 Tonner mit 120 Sachen überholt oder entgegenkommt. Vor allem wenn man die ganzen geplatzen Reifen am Strassenrand liegen sieht. Aber wir fahren äußerst vorsichtig und voll gut in unserem geliebten Roji.

Argentinien II

Gestern waren wir also im sagenumwobenen „Bombonera“ der Heimat der Boca Juniors. Man muss sagen, dass die Stimmung in diesem Stadion wirklich unglaublich ist. Niemals zuvor habe ich sowas erlebt!!!!
Sarah hatte die Tickets über unser Hostel besorgt, inklusive Transfer, Bier und Pizza. Um 18 Uhr holte uns dann ein Schulbus ab, der uns, gerammelt voll von anderen Touris, zum Stadion brachte. Diese Prozedur war anscheinend leider notwendig da es sonst kaum machbar gewesen wäre an Karten für das Spiel zu kommen. Im Bus heizte Pato, unser „Aufpasser“ die Stimmung an, indem er uns versuchte ein paar Gesänge der Bocas beizubringen. Fand ich lustig….Sarah wars eher peinlich :-)
Endlich angekommen im Stadion galt es dann zusammenzubleiben. Wir waren sehr gespannt wo wir denn sitzen würden. Ich konnte mir nämlich nicht vorstellen das man uns zu den Hardcore Fans in die Stehplätze verfrachtet. Aber genau so war es dann! Ich wollts nicht glauben. Sarah und ich haben uns dann etwas abseits von den anderen zwischen die Bocas gestellt. Pato meinte dann wir sollten doch etwas höher gehen, da über uns im Block die gegnerischen Fans von Independiente stehen und gelegentlich Gegenstände von oben runter fliegen könnten. Ein guter Rat von Pato, denn in regelmäßigen Abständen flogen mit Wasser oder Farbe gefüllte Plastiktüten, Eiswürfel, Becher, Bengalos und eigentlich alle als Wurfgeschoss tauglichen Gegenstände mit einem Riesenklatscher auf die vorderen Reihen unseres Blocks. Da kann einem schon ein wenig mulmig werden. Alles in allem aber ein super Erlebnis da das komplette Stadion ihre Mannschaft 90 min.. lang mit Fangesängen, Trommeln und Trompeten unterstützt. Das wirds wohl in München niemals geben. Was auch noch lustig zu beobachten war, dass sobald ein Spieler irgendeinen Trick macht der das Spiel selbst zwar nicht weiter bringt oder Raumgewinn verschafft trotzdem sofort mit tosendem Szenenapplaus honoriert wird. Nun ja, ein richtig toller Abend! Freu mich schon auf Flamengo Rio de Janeiro gucken :-)

Sarah bei Boca

Das war Steves Fan-Beitrag. :-) Hier wieder Sarah…ja, auch für mich als nicht Fussballverständige wars eigentlich ganz nett und schon auch beeindruckend. Auf Spansich hört sich selbst Fangesang besser an… ;-) Ich hab meinen argentinischen Boca-Fan neben mir genervt und ihn mir Lied für Lied sagen lassen. Leider hat Boca nur 1:1 gespielt und der erwartete absolute hysterische Anfall der Fans hielt sich zum Schluss noch in Grenzen. Am Ende gabs nur noch eine kleine Prügelei.
Diese komische Touribussache war mir zutiefst zuwider und peinlich wie Steve schon meinte, aber dennoch war das Spiel ein Erlebnis wert.
Nach dem Spiel wurden alle 3 Busse noch in verschiedene Bars gekarrt wo es dann Bier und Pizza gab. Wir zogen es vor, uns es mit netter Bekanntschaft lieber draußen gemütlich zu machen :-) Und Steve sieht ja eh aus wie der waschechte Argentinier, da ist das alles überhaupt kein Problem (außer dass er unbedingt Spanisch lernen muss ;-)

Ich bin heute bissi genervt, haben wir doch gestern den Tag damit verbracht ne Versicherung abzuschließen, aber alles zu teuer… Dann gestern beim Fussball haben wir natürlich noch ein anderes Pärchen getroffen, das mit Motorrädern gerade durch Südamerika gefahren ist, und die meinten sie hatten überhaupt keine Versicherung, nur nen gefälschtes Papier…Man, jetzt gehts wieder los…Zweifel, sollen wir? sollen wir nicht?? Wir brauchen den Wisch ja eh nur um über die Grenzen zu kommen, falls wir gefragt werden, denn im Falle eines Falles (klopf-auf-holz) greift die Versicherung eh nicht. Tja,….dehalb stehen heute noch ein paar Versicherungsgänge an…Bäahhh… jetzt ist gar nicht mehr lange Zeit in Buenos Aires und Superplanerin Sarah bekommt mal wieder Angst, dass wir nicht mehr alles schaffen was noch zu machen ist.
Denn schon morgen, Mittwoch 4.5., trifft unser Auto hier in der Hauptstadt ein! Morgen gehen wir dann mit den Autoverkäufern + Baby essen und am Donnerstag sollten wir dann schon um 9:30 Uhr auf die Fähre nach Uruguay/Colonia de Sacramento fahren.
Na ja, aber ansonsten ist alles immer noch ziemlich toll und wir stranden schon langsam im hier und jetzt…

Nochmal gedanklich zurück zum 1. Mai. Die Argentinier haben eine lustige Demokultur. So gibt es zig-Demos die an verschiedenen Punkten der Stadt beginnen (diesmal nicht vom Staat, sondern Kommunisten, Sozialisten, Anarchisten, Indigenas) und sich dann wieder treffen unterwegs… Polizei ist nicht existent. Trotzdem gibt es sowas wie „Demobewacher“ die sich rund um die einzelnen Demos aufstellen (teils vermummt und mit Knüppeln, siehe Fotos im Stream). Wir haben noch nicht rausgefunden weshalb, da ja keine Gefahr von der Polizei ausgeht. Wir haben vermutet, dass es sich eher um Schutz vor Rechten handelt. Auch lustig ist, dass während der Demo alle möglichen Leute ganz offen die Stadt vollsprühen. Parolen gibts nicht, es wird nur getrommelt und gesungen. Das ist schön.
Ansonsten laufen wir uns die Füße platt in dieser bezaubernden Stadt, essen wie Gott in Frankreich und seit gestern ist uns der strahlendblaue Himmel wieder hold!! :-)
Jetzt mach ich mich mal fertig, damit wir unsere Versicherungsrunde Nr. 2 antreten und ein bisschen in die Sonne können…
Gehabet euch wohl, bis ganz bald !!! Alles Liebe von Sarah und Steve

Argentinien I:
Hallo liebe Freunde, so nun ist es soweit, hiermit ist der Blog offiziell eröffnet!!!! =)
Und das heißt, wir sind in Buenos Aires gelandet, beide!! :D Ich bin am Mittwoch, 27. April von der Osterinsel nach Santiago gejettet. (peinlich, danke Flori) Der Abschied von der Insel war gemischt. Natürlich war ich froh endlich weg von der kleinen Insel zu sein und dennoch gewöhnt man sich an ein Alltagsleben und es ist kurz komisch das loszulassen…aber im Grunde kein Problem. Beim Landen in Santiago flog gleich ein Schmetterling am Flugzeugfenster vorbei (auf der Osterinsel gibt es ja keine Schmetterlinge…) und mein Herz hat einen Freudessprung gemacht… :-) Nach einer durchgemachten Nacht am Flughafen wollt ich dann am morgen bei Pluna für den Weiterflug nach Montevideo/Uruguay einchecken und ach du Schreck, ist Pluna wohl sowas wie Ryanair und man muss für jedes Gramm Gepäck bezahlen. Wunderbar wenn dann auch das Handgepäck gewogen wird…Arggll.. und man eh schon 32 kilo Koffer hat und nochmal 20 kilo im Handgepäck die man nicht dabeihaben darf…also raus aus der Schlange, runter zur Gepäckaufgabe sprinten, wieder hoch nur noch mit Koffer und als letzte einchecken, wieder runter rasen zur Gepäckaufbewahrung, Handgepäck wieder holen, durch den Sicherheitscheck rasen und knapp noch ins Flugzeug, das wiederrum das kleinste Flugzeug war in dem ich je saß… Nun ja lange Rede kurzer Sinn, das hier nur als Vorwarnung: Fliegt niemals PLUNA….!!!! außer ihr seid Pluna, hahahaha schlechter Witz. Wie dem auch sei, irgendwie bin ich und mein Gepäck heil im Hostel Tango Argentina im süßen Stadtviertel San Telmo von Buenos Aires angekommen … Jucheee…Nach ewig langem Schlaf nachholen, ich glaube es waren um die 14 Std., bin ich am nächsten Morgen gleich mal zur vorgezogenen 1. Mai Demo auf der Av. 9 de Julio (die größte Straße der Welt). Die Demo war zwar von der Regierung organisiert, das heißt aus allen Teilen Argentiniens kamen die Gewerkschaften jeweiliger Branchen. Da gab es die Fernkraftfahrer von Gas und Wasser aus Ushuia, die Gewerkschaft der Piloten, die Gewerkschaft der Taxifahrer, des Gesundheitswesens und und und … Das ganze war rieeeeeesen groß (ca. 3 Millionen Menschen) und war eher eine extrem laute (die Leute stehen auf Böller und Rauchbomben und Trommeln) und extrem fahnenreiche Party mit viel Grill und vorallem viel Alkohol…. :-) Ich war trotzdem geflashed und happy wie Hippo im Wunderland… Abends habe ich mir dann einen Transfer zum Flughafen organisiert um Steve um 21 Uhr abzuholen und hab gedacht ich bin im falschen Film als da eine fast Luxuslimosine mit Chauffeur in Anzug und Krawatte vor der Tür steht. Wunderbar, so soll es sein. Nur das Beste für meinen Steve. :-) Der Chauffeur erinnerte mich so fürchterlich an den italienischen Taxifahrer aus „Night on Earth“, dass ich fast vor Lachen zusammengebrochen wär, als er mir eröffnete dass er auch noch Marcelo heißt. Unglaublich.
Nun ja, Steve kam wie erwartet fix und fertig an, hatte ja auch einen echt anstrengenden Flug hinter sich und vorallem 24 Std. ohne Zigarette ausgehalten…. ;-) Bin stolz wie Schnitzel auf meinen Mann!! Es ist alles schön wie zuvor, es ist als ob diese 6 Monate örtliche Distanz nie existiert hätten….so solls sein… Heute mittag, Samstag 29ster April, sind wir dann gleich mal losgezogen um die Stadt zu erkunden und oh Schreck, ab 12 Uhr mittags ist alles geschlossen. Wahnsinn, dieses Land hat strikte Ladenöffnungszeiten. Aber macht nix, gleich darauf sehen wir, dass die Indigenas die seit 6 Monaten an der Av. 9 de Julio campen und im Hungerstreik sind um ihr Land zurückzufordern, heute ihre Zelte mitten auf die grösste Straße der Welt verlagert haben. Hui…der Verkehr wird weiter oben umgeleitet, die Autofahrer hupen wie verrückt, die Polizei steht mit Schildern und Helmen vor den Straßenbesetzern. Wir gesellen uns natürlich erst einmal dazu. Machen ein paar Fotos und überlegen dann, was tun wenn die Polizei da die jetzt runterräumt… mhmm.. so wie wir uns kennen, würden wir wahrscheinlich mit lautem Gebrüll reinspringen. Als nach ner halben Std. immer noch nix passiert ist (zum Glück!!!), viel Presse da ist und die Autofahrer immer noch ihr Hupkonzert geben, beschließen wir weiterzuziehen. Auf gehts zur Stadterkundung, bzw. std.langem latschen und quatschen….durch die Fußgängerzone, zum Hafen, zum Busbahnhof (warum wir da gelandet sind keine Ahnung), natürlich zum Plaza de Mayo und zum Casa Rosada (Regierungspalast). Keine Mütter auf der Plaza de Mayo angetroffen, nur ein weiteres Camp mit vielen Transpis. Sowieso diese Stadt ist voll mit linken Graffitis & linken Plakaten. Und dazu haben die alten Gebäude wirklichen Charme. Steve meint er ist froh, dass man hier nicht ständig angequatscht wird. Das stimmt, ein guter Einstieg. Wir essen für 2 Euro Pizza und fangen an die Benzinpreise zu vergleichen. Für mich im Moment alles so unglaublich billig nach diesem sehr kostspieligen halben Jahr. Anscheinend ist es auch alles wirklich nicht so teuer. ;)
So, morgen gibt es noch mehr 1. Mai Demos, eine gleich bei uns ums Eck beim sozialistischem Zentrum. Es steht noch Sightseeing durch Boca und der Friedhof in Recoleta, auf dem auch Evita begraben liegt, auf dem Program.
Desweiteren ist uns der Glücksstern noch hold und am Montag, 2.Mai gibt es ein Boca Juniors Fussballspiel und wir haben gleich mal Karten gekauft. Ja ja, was man nicht alles aus Liebe zu seinem Mann macht.. =) Ne, im Ernst, da ja Boca Juniors Spiele für ihre, äh sagen wir mal Feierwütigkeit im Stadion bekannt sind, wird es ein ziemliches Erlebnis. Noch dazu da es ein Abendspiel sein wird. (keine Angst, wir gehen nicht alleine).
Und natürlich kommen noch die Plichten auf den Plan. Am Montag müssen wir uns schleunigst um eine Autoversicherung kümmern, aber ich denke das bekommen wir hin. Wir sind zuversichtlich. :)
So, erstmal so viel aus dieser bezaubernden Stadt BUENOS AIRES <3 … Wir gehen jetzt noch zu unserer Pastafabrik nebenan, in der über 50 verschieden Pastasorten frisch hergestellt werden und man einfach wählen kann was man mit welcher Soße zum mitnehmen haben möchte…Unglaublich gutes Essen hier!!!! Und die Argentinier sind bis jetzt alle sooooo unglaublich nett und freundlich und qualmen wirklich was das Zeug hält, überall!!….
Gehabt euch wohl und vielen Dank für den Besuch unseres Online-Tagebuchs. Wir schreiben bestimmt die Tage noch viel mehr …
So viele Erlebnisse, so viele Eindrücke!!

Teile diesen Beitrag mit deinen Freunden:
  • Facebook
  • email